Genmanipulierter Mais als Gefahr für Schmetterlinge

12. Dezember 2004, 14:00
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Greenpeace verweist auf US-Studie: Mangelnde Raupenentwicklung beim Monarchfalter nach Pollenverzehr

Wien - Einer neuen Studie zufolge könnten genmanipulierte Maissorten eine Gefahr für Schmetterlinge darstellen. Forscher der US-Universität Maryland haben festgestellt, dass sich mehr als 20 Prozent der Raupen des geschützten Monarchfalters nicht zu Schmetterlingen entwickelten, nachdem sie Gen-Mais-Pollen gefressen hatten. Das teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag mit. Der Monarchfalter kommt in Europa nicht vor, Untersuchungen für heimische Arten gebe es noch nicht.

Langzeituntersuchung

Die erste Langzeituntersuchung der Gen-Maissorten MON810 und Bt11 wurde über zwei Jahre in den USA durchgeführt. MON810 der Firma Monsanto ist in der EU zugelassen, in Österreich verboten. Für Bt11 von Syngenta wird eine Neuzulassung in der EU diskutiert.

Die Sorten MON810 und Bt11 bilden ein Gift, das den so genannten Maiszünsler, einen Fruchtschädling, tötet. Die Studie vom August 2004 geht aber davon aus, dass der Monarchfalter nicht als Art gefährdet ist, da sich sein Verbreitungsgebiet nicht auf Anbaugebiete von Gentech-Mais konzentriert. In Europa gehört laut Greenpeace das Tagpfauenauge zu den Arten, deren Raupen ähnlich empfindlich sind.

Forderungen

Greenpeace forderte die EU-Staaten auf, den Anbau von MON810 und die Zulassung für Bt11 zu stoppen. "EU-Staaten können den Anbau auch nachträglich verbieten, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Gefährdungen vorliegen", so die Umweltschützer.

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat den Anbau und Verzehr der beiden Sorten als unbedenklich eingestuft. Mögliche Auswirkungen auf Schmetterlinge wurden als "vernachlässigbar" bezeichnet. Im September 2004 ließ die Europäische Kommission 17 Varianten des Gentech-Maises von Monsanto in den europäischen Sortenkatalog aufnehmen, aus dem Bauern ihr Saatgut für 2005 bestellen können. (APA)

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    US-Studie: Mehr als 20 Prozent der Raupen des geschützten Monarchfalters haben sich nicht zu Schmetterlingen entwickelten, nachdem sie Gen-Mais-Pollen gefressen hatten.

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