Folterdrohung im Fall Metzler: Staatsanwalt will milde Srafe für Beamten

10. Dezember 2004, 20:01
2 Postings

Drohungen für den verurteilte Enntführer und Kindermörder Magnus Gäfgen soll mit Geldstrafe geregelt werden

Frankfurt/Main - Im Prozess um Folterdrohungen der Polizei gegen den Entführer Magnus Gäfgen, der den elfjährigen Bankierssohns Jakob von Metzler entführt und ermordet hat fordert die Staatsanwaltschaft für den angeklagten Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner eine milde Strafe.

Eine Geldstrafe soll zur Bewährung ausgesetzt werden. Damit blieb der Anklagevertreter unter dem normalen Strafmaß für schwere Nötigung. Dafür sind in Deutschland sechs Monate bis fünf Jahre Haft vorgesehen. Staatsanwalt Wilhelm Möllers sagte am Donnerstag, der besondere Fall rechtfertige eine Abweichung vom gesetzlichen Regelmaß.

Drohung

Daschner hatte zu Prozessbeginn eingeräumt, die umstrittene Anweisung gegeben zu haben, um den Aufenthaltsort des elfjährigen Kindes zu erfahren und ihm möglichweise das Leben zu retten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Magnus Gäfgen die Entführung bereits zugegeben, zum Aufenthaltsort des Jungen, der bereits tot war, wie sich später herausstellte, aber geschwiegen.Er stritt aber ab, dass es sich um Folterandrohung gehandelt habe, sondern um den gesetzlich klar definierten "unmittelbaren Zwang". Beamte sagten aus, er habe den Gefangenen über den Plan zur Gewaltanwendung informiert, umgesetzt habe er die Drohung aber nicht.

Für Daschner forderte Möllers eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 150 Euro, für den mitangeklagten Hauptkommissar verlangte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 80 Euro. Beide Strafen sollen dem Plädoyer zufolge für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Das Urteil wird am 20. Dezember erwartet. (APA)

Share if you care.