Pariser Regierung für Flexibilisierung der 35-Stunden-Woche

29. Dezember 2004, 10:22
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Kontingent der Überstunden wird auf 220 pro Jahr erhöht - Arbeitslosenquote bei knapp unter zehn Prozent

Paris - Unter dem Druck der Arbeitgeberverbände will die französische Regierung die 35-Stunden-Woche flexibler gestalten. Zwar solle es bei der gesetzlichen Festschreibung der 35-Stunden-Woche bleiben, sagte der rechts-liberale Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Donnerstag vor Journalisten in Paris. Doch sollten die Beschäftigten die Möglichkeit erhalten, "mehr zu arbeiten, wenn sie es wünschen". Dazu werde das Kontingent der jährlich zulässigen Überstunden von 180 auf 220 erhöht, kündigte Raffarin an. Darüber hinaus sollen Arbeitnehmer ihren Chefs freie Tage "verkaufen" können. Auch soll es ihnen erleichtert werden, freie Tage für eine Vorverlegung des Renteneintritts anzusammeln.

Die "Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, vor allem der kleinen", müsse gewährleistet werden, sagte Raffarin. Der Chef des Arbeitgeberverbandes Medef, Ernest Antoine Seillière, hatte wiederholt beklagt, die konservative Regierung habe seit ihrem Wahlerfolg 2002 die Zeit verstreichen lassen, ohne eine Wende auf dem Arbeitsmarkt herbeizuführen. Die Arbeitslosenquote in Frankreich liegt seit Monaten bei knapp unter zehn Prozent. Präsident Jacques Chirac hatte die unter der linken Vorgängerregierung eingeführte 35-Stunden-Woche jedoch als "soziale Errungenschaft" bezeichnet, die formell nicht wieder abgeschafft werden solle.(APA)

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