Umweltminister Pröll zu Gesprächen in Brasilien und Argentinien

13. Dezember 2004, 13:23
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WWF-Kritik an österreichischer Klimapolitik

Wien - Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll (V) ist am Donnerstag mit einer Delegation aus Landwirtschafts- und Umweltexperten nach Brasilien und Argentinien aufgebrochen. Schwerpunkte der neuntägigen Reise sind in Brasilien Gespräche mit dem Vize-Agrarminister des Landes zu WTO-Fragen und zur EU-Zuckermarktordnung sowie Diskussionen mit Agrar- und Umweltexperten zu den Themen Ökotourismus und Gentechnik. Auf dem Plan steht zudem die Besichtigung der Kraftwerksanlage Itaipu.

In Argentinien, wo am Montag die Zehnte UNO-Klimakonferenz in Buenos Aires mit den Beamtenrunden bereits begonnen hat, wird Pröll von 15. bis 17. Dezember an der Ministerrunde teilnehmen und mit seinen Kollegen über weitergehende Klimaschutz-Vereinbarungen nach 2012 diskutieren. Am Freitag, den letzten Tag der Reise, trifft Pröll noch den neuseeländischen Umweltminister Pete Hodgson zu Abschlussverhandlungen für gemeinsame Klimaschutzprojekte. Vorgesehen sind laut Reiseplan in Argentinien zudem die Besichtigung eines Fleischverarbeitungsbetriebes und der Besuch einer Rinderfarm.

WWF-Kritik an Österreich

Anlässlich der Klimakonferenz hat die Umweltschutzorganisation WWF am Freitag in einer Aussendung darauf hingewiesen, dass es im eigenen Land von Umweltminister Pröll und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) mehr als trist aussehe: "8,5 Prozent Zuwachs an Treibhausgasen seit 1990, 17 Millionen Tonnen Treibhausgase müssen eingespart werden und im Vergleich zu den restlichen 24 EU-Staaten liegt Österreich am 4. letzten Platz der Einsparungen."

"Es ist fünf vor zwölf für eine Trendwende im Klimaschutz. Zu den bestehenden Maßnahmen müssen schleunigst weitere auf Schiene gelegt werden, um überhaupt annähernd dem 1992 in Kyoto gesteckten Klimaziel nahe zu kommen", erklärte Markus Niedermair, Klimaexperte des WWF. Der WWF appellierte an die Bundesminister, nicht nur auf dem internationalen Parkett für eine wirksame Klimapolitik zu sorgen, sondern auch im eigenen Land die Trendwende für eine umsetzungsstarke Klimapolitik zu schaffen. (APA/red)

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