Was im Kaffeesud steht

26. Juli 2005, 11:33
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Was und wo wir demnächst vielleicht essen, eine Übersicht über Trends und Projekte

Sicher ist gar nichts. Einigermaßen wahrscheinlich ist aber, dass das neue "Steirereck" im Wiener Stadtpark kommendes Jahr doch einmal eröffnen wird (im Jänner gibt's jedenfalls schon einmal eine Pressekonferenz), und zwar mit der "Milchbar", in welcher das Thema Milch und Käse mannigfaltig thematisiert werden soll, als auch mit dem Restaurant.

Damit hätte das kulinarische Österreich an und für sich für das Jahr 2005 schon ein bisschen etwas zu besprechen. Dem Vernehmen nach dürfte es aber noch mehr Grund dazu geben, da Gerüchten zufolge auch Jörg Wörther im Frühling mit seinem innovativen Fingerfood-Konzept fertig sein dürfte, das in einem Lokal in der Salzburger Getreidegasse realisiert werden soll. Auftraggeber dafür ist Dietrich Mateschitz, ursprünglich hätte das Konzept Teil des gastronomischen Programms im Restaurant "Ikarus" im "Hangar 7" sein sollen. Apropos Ikarus und Hangar 7, das kommende Jahr ist das erste, in dem dort tatsächlich jeder Monat von einem anderen Küchenchef bestritten wird, das qualitative Spektrum reicht von TV-Koch Ralf Zacherl bis Marc Haeberlin und Xavier Pellicer vom kultigen "Abac" in Barcelona.

Spitzengastronomische Großbaustellen sind in Österreich - bis auf eine, und deren Realisierungswahrscheinlichkeit steht laut Betreiber derzeit bei 50 Prozent - kommendes Jahr keine mehr zu erwarten. Küchenthematisch könnte freilich schon eine gewisse Erfrischung eintreten, und zwar aufgrund der Tatsache, dass der Asien-Boom sicher noch nicht abgeebbt ist, das Fassungsvermögen speziell in Wien für indifferente Thai-Restaurants aber wohl bald erschöpft sein dürfte. Was ja auch schon bei den Italienern vor ein paar Jahren zu einer erfreulichen Spezialisierung führte und uns im asiatischen Fall unter Umständen zu noch mehr authentischen China-Küchen und vielleicht endlich ein paar etwas moderneren indischen Restaurants verhelfen könnte.

Nordafrikanisch, speziell marokkanisch, scharrt ebenfalls in den Startlöchern, bezüglich mexikanischer Kulinarik gäbe es auch noch einiges aufzuarbeiten, von türkisch ganz zu schweigen. Und wann kommt eigentlich endlich einmal eine ordentliche und zugleich unverkrampfte Pizzeria? (floh, (Der Standard/rondo/10/12/2004)

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