Japan verlängert Truppenstationierung im Irak

10. Dezember 2004, 16:31
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Ungeachtet breiten Widerstands in der Bevölkerung - Medien: Verteidigungsetat wird gekürzt

Tokio - Die japanischen Koalitionsparteien haben am Donnerstag den Weg für eine Verlängerung der Truppenstationierung im Irak um ein weiteres Jahr frei gemacht. Das Mandat für die im Irak ausschließlich zu humanitären und Wiederaufbauzwecken stationierten japanischen Soldaten soll danach bis zum 14. Dezember 2005 verlängert werden. Ungeachtet breiten Widerstandes in der Bevölkerung dürfte das Kabinett nach Absegnung durch die Koalitionsparteien noch am Donnerstag einen entsprechenden Beschluss zur Mandatsverlängerung fällen.

Rund 600 nicht kämpfende Heeressoldaten sind seit Anfang des Jahres in der südlichen Stadt Samawah im Einsatz. Mit der Entsendung eigener Soldaten in den Irak war Japan einen historischen Schritt zu einer aktiveren sicherheitspolitischen Rolle an der Seite der USA gegangen. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg rückten Soldaten in ein Land aus, in dem praktisch noch Kriegszustand herrscht. Nach Ansicht von Kritikern verstößt dies gegen Japans pazifistische Verfassung.

Medienberichten zufolge will Japan zugleich im Zuge einer umfassenden Streitkräftereform seinen Verteidigungsetat erstmals seit 20 Jahren kürzen. Die japanische Regierung beabsichtige, die Verteidigungsausgaben in den kommenden fünf Jahren um 3,7 Prozent auf 24,24 Billionen Yen (rund 175 Milliarden Euro) zu senken, berichteten japanische Medien am Donnerstag. Die japanische Regierung wird voraussichtlich am Freitag Pläne für die Neuausrichtung ihrer Verteidigungspolitik bekannt geben. (APA/dpa/Reuters)

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