Südamerikas Präsidenten gründen Staatengemeinschaft nach EU-Vorbild

11. Dezember 2004, 17:20
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Erklärung von Cusco unterzeichnet - Bisher blieben Integrationsprojekte aber Absichtserklärungen

Cusco - In Peru ist am Mittwoch die Südamerikanische Gemeinschaft der Nationen (Comunidad Sudamericana de Naciones) nach dem Vorbild der Europäischen Union gegründet worden. Neun Präsidenten und Vertreter drei weiterer Staatschefs unterzeichneten eine entsprechende Erklärung von Cusco (Cuzco).

"Wir werden Zeugen eines historischen Ereignisses, mit dem der Traum (des Befreiers Simon) Bolívar nach 180 Jahren Wirklichkeit zu werden beginnt", sagte Perus Präsident Alejandro Toledo als Gastgeber in der alten Inka-Hauptstadt Cusco im Süden des Landes. Die Eröffnungszeremonie fand vor historischer Kulisse im Sonnentempel der Inkas statt.

Die neue Gemeinschaft aus zwölf Nationen mit 360 Millionen Einwohnern, deren Bildung auf Jahrzehnte angelegt ist, baut auf die Annäherung zwischen der Andengemeinschaft CAN aus Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela mit den Mercosurländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay auf. Als Beobachter nahmen Vertreter der Präsidenten Mexikos und Panamas teil.

Toledo und sein brasilianischer Kollege Luiz Inacio "Lula" da Silva unterzeichneten als erstes Zeichen für konkrete Ergebnisse der Integration ein Abkommen zum Bau einer 1200 Kilometer langen Straßenverbindung "Transoceanica" vom Atlantik bis zum Pazifik. Lula als Präsident der mit Abstand größten Regionalmacht versprach, sein Land werde "keine Mühen scheuen", um die Gemeinschaft zu mit Leben zu erfüllen. In der Vergangenheit sind jedoch viele regionale Integrationsprojekte über verbale Absichtserklärungen kaum hinausgekommen. (APA/dpa)

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