Tag der Entscheidung: Acht Jahre Haft für Berlusconi?

10. Dezember 2004, 17:18
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Urteil im Korruptions-Prozess erwartet - Premier: "Bin absolut ruhig. Glaube nicht, dass Urteil politische Situation ändern könnte"

Rom - Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat versichert, dass er dem Urteil im Mailänder Korruptionsprozess ruhig entgegensehe, das vermutlich am Freitag ausgesprochen wird. "Ich bin absolut ruhig. Ich glaube nicht, dass das Urteil die politische Situation ändern könnte", sagte Berlusconi am Donnerstag in Rom.

Berlusconi hat in der Vergangenheit mehrfach erklärt, er wolle auch im Falle einer Verurteilung in erster Instanz nicht zurücktreten. Eher würde er auf Neuwahlen drängen. Es wäre das erste Mal in der EU, dass ein amtierender Regierungschef verurteilt würde. In Rom heißt es, auch ein Freispruch wegen Verjährung wäre eine Belastung für die Mitte-Rechts-Regierung. Die Verteidigung vertrat in ihrem Plädoyer die Auffassung, das Urteil könne "die Geschichte des Landes verändern und hat Einfluss auf das Ansehen Italiens". Die Staatsanwälte hatten acht Jahre Haft für Berlusconi gefordert.

Richterbestechung

Im Verfahren gegen Berlusconi und Previti geht es um den in den 80er Jahren noch staatlichen Lebensmittelkonzern SME, den der italienische Großunternehmer Carlo De Benedetti 1985 von der Staatsholding IRI kaufen wollte. Während der damalige IRI-Präsident Romano Prodi schon mit De Benedetti handelseinig gewesen sein soll, hatte der seinerzeitige sozialistische Ministerpräsident Bettino Craxi angeblich seinen Freund und Verbündeten Berlusconi gebeten, mit einem höheren Gebot für den Lebensmittelkonzern SME den Verkauf zu verzögern und zu verhindern.

Berlusconi soll damals in Wahrheit nicht am Kauf interessiert gewesen sein, durchkreuzte aber die Pläne des Verlegers und Industriellen De Benedetti, dem heute immer noch die Zeitung "La Repubblica" gehört. De Benedetti verlor damals einen Schadenersatzprozess gegen Berlusconi. Die Ermittler meinen, dass Berlusconi und sein Ex-Rechtsanwalt Cesare Previti die Richter bestochen haben könnten, um den Prozess zu gewinnen. (APA)

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    Korruptions-Prozess: Wird Berlusconi schuldig gesprochen?

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