Weltbank: Reiche Länder tun zu wenig gegen Korruption

22. Dezember 2004, 11:35
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Kein Industrieland ratifizierte bisher UNO-Konvention - Jährlich eine Billion Dollar Schaden

Washington - Die reichen Industriestaaten engagieren sich nach Einschätzung der Weltbank zu wenig im Kampf gegen die Korruption. Ein Jahr nach Verabschiedung der UNO-Konvention zur Korruptionsbekämpfung hätten lediglich 14 wenig entwickelte Länder, jedoch kein einziger Industriestaat den Text ratifiziert, kritisierte Weltbank-Programmdirektor Daniel Kaufmann am Dienstag in Washington. Die Konvention tritt erst in Kraft, wenn mindestens 30 Länder sie ratifizieren. Der Weltbank zufolge verursacht Korruption jedes Jahr einen Schaden von mindestens einer Billion Dollar (743 Mrd. Euro) für die Weltwirtschaft.

Die Konvention war im vergangenen Dezember auf einer Konferenz in Mexiko verabschiedet worden. Die Unterzeichnerstaaten verpflichteten sich zur Rückgabe von Bestechungsgeldern und zur Zusammenarbeit bei der Korruptionsbekämpfung: Dazu gehört es auch, Bankkonten einzufrieren, Vermögen zu beschlagnahmen und die Betroffenen gegebenenfalls auszuliefern. Die Konvention enthält außerdem Mindeststandards für Staatsbedienstete, schreibt die strafrechtliche Ahndung von Korruption in der Privatwirtschaft vor und enthält Vorkehrungen gegen Geldwäsche. Am Donnerstag ist Welttag gegen die Korruption. (APA)

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