Budapest will ungarische Geheimdienst-Akten komplett öffnen

9. Dezember 2004, 14:42
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Bisher vor allem Akten des damaligen Militär-Nachrichtendienstes und der Auslandsspionage gesperrt

Budapest - Ungarn will den Zugang zu den bisher nur begrenzt einsehbaren Akten des früheren kommunistischen Geheimdienstes vollständig öffnen. Am Mittwoch schlossen sich die regierenden Sozialisten einer Initiative ihres liberalen Koalitionspartners an. Zudem bekundete die rechtskonservative Oppositionspartei Fidesz dafür ihre Unterstützung.

Bisher sind vor allem Akten des damaligen Militär-Nachrichtendienstes und der Auslandsspionage gesperrt. Vor zwei Jahren war die Regelung aufgehoben worden, nach der in den bereits einsehbaren Akten Namen von Täter geschwärzt werden. Dem zufolge wurden seither Namen zahlreicher prominenter früherer Spitzel bekannt, so auch die Geheimdienst-Tätigkeit des im August zurückgetretenen Ministerpräsidenten Peter Medgyessy.

Der Vorsitzende der Sozialisten (MSZP), Istvan Hiller, verlangte, dass alle Akten aus der Zeit zwischen dem 21. Dezember 1944 und dem 14. Februar 1990, die im Budapester Historischen Archiv aufbewahrt werden, "ohne Einschränkungen" zugänglich sein sollen. Man könne "die Zukunft nur dann in Sicherheit planen", wenn die Vergangenheit restlos aufgearbeitet werde, sagte Hiller. Die Liberalen verlangten, die Sozialisten müssten sich dafür entschuldigen, dass sie dies 15 Jahre lang blockiert hätten. (APA/dpa)

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