Moskau hält an Fahndung nach Timoschenko fest

10. Dezember 2004, 20:40
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Russische Justiz schickt weitere Informationen an Interpol - Timoschenko soll hochrangige russische Politiker bestochen haben

Moskau - Die russische Justiz hält an ihrem Haftbefehl gegen die ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko fest. Die militärische Generalstaatsanwaltschaft sei einer Bitte von Interpol nachgekommen und habe weitere Informationen zu dem Fall an die Interpol-Zentrale in Lyon geschickt, sagte ein Sprecher der russischen Justizbehörde der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Ob Interpol die Fahndung wieder aufnehmen werde, sei Sache der internationalen Polizei-Organisation.

Interpol hatte am Dienstag erklärt, Timoschenkos Steckbrief von seiner Internetseite genommen zu haben und auf weitere Unterlagen aus Russland zu warten. Die russische Justiz wirft der oppositionellen Abgeordneten vor, 1995 Bestechungsgelder an hochrangige Mitarbeiter des russischen Verteidigungsministeriums gezahlt zu haben. Damals führte Timoschenko das größte ukrainische Energieunternehmen.

Russland hatte im September einen internationalen Haftbefehl gegen Timoschenko erlassen. Die Oppositionspolitikerin weigerte sich jedoch, vor der Staatsanwaltschaft zu erscheinen. Sie beschuldigt Moskau, mit den gegen sie erhobenen Vorwürfen politische Ziele zu verfolgen. (APA)

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    Die Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko.

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