Betroffener Rekrut: "Dachte, das gehört dazu"

12. Dezember 2004, 21:15
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Keine körperlichen Schmerzen, aber psychische Belastung verspürt

Bregenz - Als "selbstverständlich" und Teil der "normalen Ausbildung" wurde den Grundwehrdienern im Dezember 2003 die Geiselübung in der Pontlatz-Kaserne dargestellt. "Ich dachte, dass das die normale Ausbildung für Rekruten ist", sagte Mittwoch früh ein betroffener Vorarlberger Rekrut im Interview mit ORF Radio Vorarlberg.

Psychische Belastung

Zu Beginn der Übung seien sie über den Ablauf aufgeklärt worden, "dass wir eben eingesperrt und am Schluss verhört werden". Hass habe er keinen empfunden, auf Grund der körperlichen und teils auch der psychischen Belastung habe er aber nach etwa zwei Stunden das Zeitgefühl verloren. "Körperliche Schmerzen habe ich keine großen verspürt, eher die psychische Belastung, die Kälte", sagte der ehemalige Grundwehrdiener aus Vorarlberg.

Am Dienstag hat sich herausgestellt, dass wahrscheinlich rund die Hälfte der in die Geiselübung verwickelten Rekruten aus Vorarlberg stammen. Militärverantwortliche wie der Vorarlberger Militärkommandant Gottfried Schröckenfuchs hatten zunächst gesagt, dass "mit großer Wahrscheinlichkeit" keine Vorarlberger Grundwehrdiener in die Vorfälle involviert gewesen seien. (APA)

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