Hetzjagd in Sachen Ski

13. Dezember 2004, 17:53
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Wie jedes Jahr gibt es auch heuer wieder Ärger um den gedrängten Ter­minkalender - "Hirnrissig" nennt ihn ÖSV-Coach Evers

Wien - Die Allrounder im alpinen Herren-Weltcup quälen sich derzeit durch ein wahres Monsterprogramm. Nach der Mini-WM von Beaver Creek mit vier Rennen innerhalb von nur vier Tagen geht es bereits am Donnerstag mit dem ersten Abfahrtstraining in Val d'Isere weiter. Sehr zum Ärger von ÖSV-Coach Andreas Evers, der die Allroundergruppe rund um Hermann Maier, Benjamin Raich und Michael Walchhofer trainiert: "Dieses Programm ist grob fahrlässig. Wir kritisieren jedes Jahr, aber es bleibt hirnrissig wie eh und je."

Nach den Reisetagen Sonntag und Montag mussten die den Jetlag noch spürenden Abfahrer bereits am Mittwoch die Reise nach Frankreich antreten, am Donnerstag um 10:30 Uhr steht dann das erste Treining auf dem Programm. Von den Funktionären erwartet Evers nichts mehr, "die einzige Möglichkeit wäre: Alle Läufer streiken." Weitaus verträglicher wäre es, nach der Übersee-Tour ein Technik-Wochenende einzuschieben, da dann das Abfahrtstraining entfallen würde.

Raich lässt Abfahrt aus

Herren-Cheftrainer Toni Giger schätzt die Situation zwar "ein wenig angenehmer als in den letzten Jahren. Aber gegen den Terminkalender haben wir keine Chance, da haben wir keinen Einfluss." Beaver-Creek-Slalom-Sieger Raich wird auf Grund der zu großen Belastungen auf die Abfahrt verzichten, der Pitztaler konzentriert sich auf den Riesentorlauf am Sonntag.

Aus einem anderen Grund wird Andreas Schifferer bei der Abfahrt fehlen. "Er ist ein wenig außer Tritt gekommen", erklärte Giger, dessen Abfahrtstruppe in Val d'Isere insgesamt 14 Mann umfassen wird. Wie das Quali-Prozedere aussehen wird, wird nach dem ersten Training bekannt gegeben.

Im Riesentorlauf wird der Kärntner Spezialist Christian Mayer seinen ersten Saisoneinsatz absolvieren. Giger: "Er wird eine Chance bekommen. Wir haben uns ein Top-15-Ergebnis zum Ziel gesetzt". (APA/red)

  • ÖSV-Abfahrts-Kader für Val d'Isere (14): Andreas Buder, Werner Franz, Thomas Graggaber, Christoph Gruber, Johann Grugger, Norbert Holzknecht, Hans Knauß, Christoph Kornberger, Klaus Kröll, Hermann Maier, Mario Scheiber, Georg Streitberger, Fritz Strobl, Michael Walchhofer
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Meditierende Abfahrtscracks. Bald müssen sich die Läufer mit der Strecke in Val d'Isère auseinandersetzen.

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