Solana kritisiert Aussagen Putins

9. Dezember 2004, 19:01
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EU-Außenbeauftragter: Warnung vor Westen als "strenger Onkel im Tropenhelm" geht zu weit - Russischer Präsident habe "kein Recht auf Einmischung"

Paris - Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über westliche Einmischung in die Präsidentenwahl der Ukraine kritisiert. Die Warnung Putins vor dem Westen als "strenger Onkel im Tropenhelm" "geht zu weit", sagte Solana am Mittwoch im französischen Rundfunk. Die Europäer wollten in der Ukraine "ein sauberes Wahlverfahren, gut geführt und ohne Betrug", sagte Solana in einem Interview von Den Haag aus. Putin habe "ebenso wenig ein Recht auf Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine wie wir".

Putin hatte am Montag zu verstehen gegeben, dass der Westen die Staaten der früheren Sowjetunion fast wie ein Kolonialgebiet behandle. Es gehe nicht an, "dass irgendein guter, aber strenger Onkel im Tropenhelm den Menschen zweiter Klasse, denen mit politisch dunkler Hautfarbe, sagt, wie sie sinnvoll leben sollen", hatten russische Nachrichtenagenturen den Kreml-Chef zitiert. (APA/dpa)

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