Wenig Schlaf begünstigt Übergewicht

13. Dezember 2004, 12:49
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Schlafmangel regt Produktion von Appetit-Hormon an

Los Angeles - Wer wenig schläft, nimmt zu. Diesen Schluss legen zwei neue US-Studien nahe, die eine Verbindung zwischen Schlafmangel, Hormonspiegel und Übergewicht belegen. In der Langzeituntersuchung "Wisconsin Sleep Cohort Study" beobachteten die Wissenschafter die Schlafgewohnheiten von tausend Versuchspersonen.

Laut einem am Montag veröffentlichten Bericht stellten sie dabei fest, dass Menschen mit einem regelmäßigen Schlafpensum von nur fünf Stunden im Vergleich zu Acht-Stunden-Schläfern einen fast 15 Prozent höheren Anteil an dem Hormon Ghrelin in ihrem Blut aufwiesen. Zugleich sank der Anteil der Körpersubstanz Leptin um 15.5 Prozent. Während Ghrelin den Appetit anregt, weist ein niedriges Leptin-Niveau den Körper auf Unterernährung hin.

Schlafbegrenzung fördert Fettleibigkeit

In der westlichen Gesellschaft sei Schlafbegrenzung üblich, zudem seien Lebensmittel überall erhältlich, sagte Emmanuel Mignot, Verhaltensforscher an der Stanford University. Schlafmangel und dadurch bedingte Änderungen im Hormonspiegel könnten damit die Fettleibigkeit begünstigen.

Zu einem vergleichbaren Ergebnis kommt auch eine Studie der University of Chicago, im Zuge derer ein Dutzend junger gesunder Männer in zwei Nächten nur vier Stunden schlafen durfte. Der Leptin-Spiegel der Versuchspersonen stürzte während des Versuchs um 18 Prozent ab, gleichzeitig schoss 28 Prozent mehr Ghrelin durch die Blutbahnen, schrieben die Forscher in einem Bericht für die Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine". Entsprechend entwickelten die Versuchspersonen einen Heißhunger auf kalorienreiche Nahrung wie Süßigkeiten, Brot und Nudeln. "Das Gehirn wird von Glukose angetrieben", erläuterte Medizinprofessor Eve Van Cauter. "Wir nehmen an, es verlangt einfach nach Kohlenhydraten, wenn es vom Schlafmangel gepeinigt wird." (APA)

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