Mit Doku über Bushs Heimatstadt zum Turner-Preis

14. Dezember 2004, 12:12
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Jeremy Deller gewinnt bedeutendsten britischen Kunstpreis - Anliegen, kulturelle und politische Ereignisse mit künstlerischen Mitteln festzuhalten

London - Der britische Künstler Jeremy Deller (38) ist für eine Video-Dokumentation über Texas mit dem diesjährigen Turner-Preis ausgezeichnet worden. Der mit umgerechnet 36.000 Euro dotierte bedeutendste britische Preis für zeitgenössische Kunst wurde Deller am Montagabend in London verliehen. Seine Serie von Video-Filmen mit dem Titel "Memory Bucket" (Erinnerungs-Eimer) schließt Eindrücke aus Crawford, der Heimatstadt von US-Präsident George W. Bush, ein.

Kulturelle und politische Ereignisse mit künstlerischen Mitteln festhalten

Deller, der eigentlich Maler ist, vermischt in seinen Installationen Archivmaterial mit Interviews und ergänzt offizielle Berichte mit persönlichen Einschätzungen. Er hatte schon zuvor mit einer Rekonstruktion des Bergarbeiterstreiks im Großbritannien der frühen 80er Jahre und einer "Kinderparade" im spanischen San Sebastian Aufmerksamkeit erregt. Dellers Anliegen ist es nach Angaben der Jury, wichtige kulturelle und politische Ereignisse mit künstlerischen Mitteln festzuhalten.

Zu den übrigen drei Kandidaten, die für den Turner-Preis 2004 nominiert waren, gehörten die Künstler Ben Langlands und Nikki Bell, die mit einer virtuellen Nachbildung des "letzten Verstecks" von Osama bin Laden für Diskussionsstoff gesorgt hatten. Außerdem nominiert waren der türkische Künstler Kutlug Ataman und der Nigerianer Yinka Shonibare. (APA/dpa)

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    Britischer Künstler Jeremy Deller vor seiner Arbeit mit dem Titel "The History of the World"

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