Trinkgeld-Besteuerung: Expertenrunde brachte keine Einigung

8. Dezember 2004, 20:55
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Tourismusgewerkschafter Kaske: "Keine Annäherung" - Zweites Treffen noch im Dezember geplant

Wien - Der Streit um die von Finanzminister Karl-Heinz Grasser geplante Versteuerung von Trinkgeldern, die Gäste in der Gastronomie und Hotellerie über Kreditkarten leisten, ist noch immer nicht beigelegt. Ein Treffen von Vertretern des Finanzministeriums, der Arbeiterkammer, der Wirtschaftskammer und der Tourismusgewerkschaft hat heute, Dienstag, Nachmittag keine Einigung gebracht. Noch im Dezember soll es eine zweite Expertenrunde im Finanzministerium geben.

"Etappenerfolg"

"Wir haben die verschiedenen Standpunkte vorgetragen, es hat aber keine Annäherung der beiden Seiten gegeben", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske, nach der Sitzung zur APA. Das Finanzministerium plane eine Pauschalbesteuerung von Trinkgeldern. Die Gewerkschaft werde sich aber gegen jede Schlechterstellung für Tourismusmitarbeiter wehren. Als "Etappenerfolg" wertet Kaske den vorübergehenden Stopp der Betriebsprüfungen durch die Steuerbehörden bis zu einer Lösung.

Bei einer künftigen Pauschalierung stecke der Teufel im Detail, zumal die Tourismusmitarbeiter unterschiedlich viel Trinkgeld bekommen, betonte Kaske. Der Tourismusgewerkschafter fordert eine Teilnahme von Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Finanzstaatssekretär Alfred Finz beim nächsten Gespräch.

Grasser will Pauschale vereinheitlichen

Die Sozialversicherung hebt bereits eine Trinkgeld-Pauschale ein, allerdings variieren die Beträge in den Bundesländern. Der Finanzminister will diese nun vereinheitlichen. Die Gewerkschaft hat sich aber bereits gegen eine Erhöhung der Beiträge im Zuge der Vereinheitlichung ausgesprochen.

Trinkgelder müssen in Österreich von den Tourismus-Mitarbeitern selbst im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung versteuert werden, aber nur, wenn die jährliche Freigrenze von 730 Euro überschritten wird. (APA)

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