Interpol suchte Opposititionsführerin

8. Dezember 2004, 16:41
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Fahndungsbefehl ohne Erklärung von Webseite entfernt - Haftbefehl der russischen Justiz gegen Julia Timoschenko wegen Betrugverdachts

Lyon/Kiew/Moskau - Die ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko (44), eine der führenden Persönlichkeiten der "Revolution in Orange", ist von Interpol wegen Betrugverdachts zumindest vorübergehend zur Fahndung ausgeschrieben worden. Die russische Justiz habe den Haftbefehl ausgestellt, teilte die internationale Organisation bis zum Dienstagabend auf ihrer Website mit.

Ohne Erklärung entfernt

Danach tauchte der Name Julia Timoschenko ohne Angabe von Gründen auf der Fahndungsliste nicht mehr auf.

Bestechung

Julia Timoschenko betrieb in den 1990er Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Alexander ein florierendes Energieimportunternehmen mit engen Beziehungen zu Russland. Die Justiz in Moskau legt Julia Timoschenko zur Last, ranghohe russische Militärs bestochen zu haben. Der Haftbefehl erging, nachdem die ukrainische Politikerin im Herbst eine Vorladung der russischen Behörden nicht befolgt hatte.

Seit Jahren ermittelt die ukrainische Justiz gegen Timoschenko, die im Jahr 2001 für sechs Wochen in Untersuchungshaft gesessen ware. Die frühere Vizeregierungschefin vermutet die alte Staatsmacht um den scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma hinter dem Vorgehen der Behörden.

Sollte der ukrainische Oppositionsführer Viktor Juschtschenko die zu wiederholende Stichwahl am 26. Dezember gewinnen, gilt Timoschenko als aussichtsreiche Anwärterin auf das Amt des Ministerpräsidenten. (APA/dpa)

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    Julia Timoschenko wurde von Interpol gesucht

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