Türkische Opposition: Wollen nicht "Europas Zweitfrau" werden

8. Dezember 2004, 19:38
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CHP-Chef Baykal: Verhandlungen mit EU nur mit Beitrittsziel

Ankara - Bei der Forderung nach EU-Beitrittsverhandlungen mit der alleinigen Perspektive einer Vollmitgliedschaft ziehen Regierung und Opposition in der Türkei an einem Strang. Jeder andere Vorschlag komme für die Türkei nicht in Frage, sagte der sozialdemokratische Oppositionsführer Deniz Baykal von der CHP am Dienstag in Ankara. Falls beim EU-Gipfeltreffen am 17. Dezember anders entschieden werde, müsse die Türkei "Nein, danke!" sagen.

"Geschmacklos"

"Niemand kann garantieren, dass jede Verlobung mit einer Heirat enden wird", sagte Baykal. "Aber dies gleich zu Beginn zu sagen ... ist geschmacklos." Die Türkei habe großen Respekt vor Europa, werde es aber niemals hinnehmen, "Europas Zweitfrau" zu werden. Die CHP ist die einzige Partei, die neben der regierenden gemäßigt islamischen AKP im Parlament sitzt.

Auch AKP- und Regierungschef Recep Tayypip Erdogan bekräftigte nach einem Treffen mit Baykal, dass Verhandlungen, die nicht auf einen Beitritt abzielten, für die Türkei "indiskutabel" seien. Unabhängig vom Ausgang des EU-Gipfels werde seine Regierung jedoch den Weg der Reformen wie bisher fortsetzen. (APA/dpa)

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    Ein türkischer EU-Fan zeigt bei einem Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft ein Transparent. Auf türkisch heißt die EU "AB"

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