Pinochet-Sohn wegen Betruges vor Gericht

8. Dezember 2004, 20:04
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Untersuchungen zu Verkauf einer Waffenfabrik "aus Staatsgründen" unterbunden - Augusto Pinochet Hiriart soll Rechnungen gefälscht haben

Curico - Der älteste Sohn des chilenischen Ex-Diktators Augusto Pinochet muss sich seit Montag in Chile wegen Betruges, Steuerhinterziehung und illegalen Waffenbesitzes vor Gericht verantworten. Beim Prozessauftakt in der Stadt Curico 180 Kilometer südlich von Santiago beteuerte Augusto Pinochet Hiriart seine Unschuld.

Laut der Anklageschrift soll er beim Verkauf von Autos falsche Rechnungen in Höhe von insgesamt 400 Millionen chilenische Pesos (rund 513.000 Euro) ausgestellt haben, um seine Steuerzahlungen zu senken.

Bis zum voraussichtlichen Prozessende am Donnerstag sollen 35 Zeugen gehört werden. 1998 hatte ein Berufungsgericht ein Verfahren gegen Pinochet Hiriart eingestellt, in dem ihm ein Händler vorgeworfen hatte, er habe sechs gekaufte Fahrzeuge nicht bezahlt.

Ermittlungen aus "Staatsgründen" unterbunden

In einem anderen Fall hatte Staatschef Eduardo Frei 1995 die fünf Jahre zuvor gegen den Pinochet-Sohn begonnenen Ermittlungen eines Parlamentsausschusses aus "Staatsgründen" unterbunden. Pinochet Hiriart hatte angeblich eine Waffenfabrik für drei Mio. Dollar (2,2 Mio. Euro) an die Armee verkauft. Die Gewaltherrschaft von Augusto Pinochet in Chile dauerte von 1973 bis 1990. (APA)

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    Für Mitglieder der Familie Pinochet sind Aussagen vor Gericht offenbar gesundheitsschädlich: Nach seiner Einvernahme im Provinzgericht von Curicó musste sich Augusto Pinochet Hiriart in ärztliche Behandlung begeben.

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