Wien hofft 1999 gesetzte Ziele zu erreichen

2. Februar 2005, 20:15
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CO2-Ausstoß soll sich 1990 bis 2010 um 14 Prozent reduzieren

Wien - Wien ist zuversichtlich, die im Jahr 1999 formulierten Klimaschutz-Vorgaben zu erreichen. Das betonte Umweltstadträtin Ulli Sima (S) am Dienstag anlässlich der internationalen Weltklimakonferenz in Buenos Aires. Das angestrebte Wiener Ziel ist ambitioniert: Bis zum Jahr 2010 soll eine Reduktion der CO2-Emissionen von 14 Prozent gegenüber 1990 erreicht werden. Laut derzeitigen Berechnungen ergibt sich bisher erst ein Rückgang von drei Prozent. Wien sei jedenfalls auf dem richtigen Weg, versicherte Sima in der Bürgermeister-Pressekonferenz.

"Bisher erreichter Wert einmalig"

"Wir werden alles tun und mit aller Kraft daran arbeiten, das Ziel zu erreichen", betonte die Ressortchefin. Festgelegt wurde dieses im Rahmen des Klimaschutzprogrammes Wien (KliP). Laut Sima ist der bisher erreichte Wert im österreichischen Vergleich bereits "einmalig". Denn landesweit würden die CO2-Emissionen steigen, zwischen 1990 und 2002 sogar um 14 Prozent. Damit sei das Kyoto-Ziel - nämlich die Reduktion der Treibhausgase um 13 Prozent - in "weite Ferne" gerückt.

Als Schwerpunkte der Wiener Maßnahmen nannte Sima unter anderem die Effizienzsteigerung bei Kraftwerken, den Fernwärmeausbau, die Förderung erneuerbarer Energien sowie Wärmedämmungs-Initiativen. Große Bedeutung komme auch Maßnahmen im Verkehrsbereich zu - etwa dem Ausbau des "Öffi"-Netzes. Auch auf die kontinuierliche Erweiterung des Radwegenetzes wurde hingewiesen.

Augenmerk auf Energieverbrauch

Dem - wie es hieß - Hauptproblem des Klimaschutzes soll in Zukunft verstärkte Aufmerksamkeit gelten, nämlich dem steigenden Energieverbrauch. Laut Sima soll ein demnächst "Energiesparkonzept" für die Stadt ausgearbeitet werden. Auch eine Solarinitiative ist für 2005 geplant.

Die Umweltsprecherin der Grünen im Parlament, Eva Glawischnig, zeigte sich in einer Aussendung überzeugt, dass global gesehen die bisherigen Bemühungen nicht reichen werden, um die Erderwärmung auf einem "verträglichen Maß" zu stabilisieren: "Kyoto ist nur ein Mini-Schritt für den Klimaschutz. Die Klimakonferenz in Buenos Aires muss daher neben den offenen technischen Fragen des Kyoto-Protokolls vor allem die politischen Weichen für eine massive Reduktion klimaschädlicher Gase nach Kyoto stellen."

Langfristiges Ziel müsse die Reduktion der globalen Treibhausgase um 80 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 bis zum Jahr 2050 sein. Eine "Vorreiterrolle" solle hier die EU einnehmen - mit einer Senkung der Emissionen bis 2020 um 30 Prozent forderte die Grüne Umweltsprecherin. (APA)

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