"Washington in die Zange nehmen"

17. Dezember 2004, 20:23
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Frankreichs Umweltminister Lepeltie ist überzeugt: Mittelfristig sind auch die USA in den Klimaschutz eingebunden

Paris/Buenos Aires - Auch die USA werden nach Einschätzung des französischen Umweltministers Serge Lepeltier mittelfristig das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz anwenden, und dies gegebenenfalls gegen den Willen der Regierung in Washington. In Europa angesiedelte US-Industrieunternehmen müssten die Kyoto-Regeln respektieren und entsprechende Fertigungstechniken entwickeln, sagte Lepeltier am Dienstag im Pariser Radiosender France Inter. Dadurch würden "die Vereinigten Staaten in die Zange genommen", zumal etwa zwanzig US-Bundesstaaten wie Kalifornien bereits eigenständig den Kampf gegen Schadstoffemissionen aufgenommen hätten, um den Treibhauseffekt zu begrenzen.

"Meiner Überzeugung nach werden die Vereinigten Staaten in die Zange genommen werden zwischen den anderen Ländern - vor allem in Europa -, die Maßnahmen gegen die Treibhausgase entwickeln werden, und ihren eigenen Bundesstaaten, die die Gesamtheit mitziehen werden", sagte Lepeltier. Die USA müssten "vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber unausweichlich" die entsprechenden Technologien entwickeln, weil sie nicht in Rückstand geraten wollten; "dies wäre ein großes Risiko für ihre Unternehmen". Die USA produzieren unter allen Staaten am meisten Treibhausgase. Sie hatten bei der zehnten Weltklimakonferenz in Buenos Aires ihre Ablehnung des Kyoto-Protokolls bekräftigt. (APA)

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