Kritik an Klagenfurter Seebühne: "Chaos wächst von Tag zu Tag"

14. Dezember 2004, 12:28
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ÖVP-Obmann: "Vorhang für 2005 sollte fallen", um Desaster zu verhindern - Haider: "Napoleon" ist "gestorben", aber zugesperrt wird nicht

Klagenfurt - Für den Kärntner ÖVP-Obmann Josef Martinz ist ein Musical auf der Klagenfurter Seebühne im nächsten Jahr eine Illusion. "Das Chaos wächst von Tag zu Tag, der Spielplan ist ein einziges Drama, daher sollte der Vorhang für 2005 fallen", sagte er am Dienstag bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. Sonst sei ein "Desaster zu erwarten".

Bei anderen Seebühnen laufe das Marketing für 2005 bereits

Während in Mörbisch, Bregenz oder St. Margarethen bereits im In- und Ausland das Marketing laufe, stehe in Klagenfurt noch immer nicht fest, welches Musical im nächsten Jahr aufgeführt wird. "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", dazu Martinz. "Wir brauchen bei der Seebühne endlich Profis, damit das Laientheater aufhört." Er forderte eine Festspielkommission, denn der "Traumtänzer Renato Zanella ist offensichtlich überfordert". Außerdem habe die Politik zu sehr die Hand im Spiel, was wiederum "Chaos pur" bedeute.

Regisseurin für "Napoleon" abgesprungen

Auf dem Spielplan 2005 der Seebühne ist das Musical "Napoleon" vorgesehen. Der designierte Intendant Zanella hatte vor drei Wochen mitgeteilt, dass die dafür vorgesehene Regisseurin Francesca Zambello abgesprungen sei und es noch keine Verträge mit den Künstlern gebe.

Haider: "Napoleon" ist "gestorben"

Das Musical "Napoleon" auf der Klagenfurter Seebühne ist endgültig "gestorben". "Aber es wird sicher nicht zugesperrt, sondern ein Ersatzprogramm geben", sagte Landeshauptmann Jörg Haider (F) in seiner Eigenschaft als Kulturreferent. Weiters teilte er mit, dass eine neue Wörthersee-Festspiele-Gesellschaft gegründet worden sei und deren Aufsichtsrat sich konstituieren werde.

Auch für LHStv. Peter Ambrozy (S) kommt ein "Zusperren" der Seebühne im kommenden Jahr nicht in Frage. Es seien rund 4,5 Millionen Euro investiert worden, um die Technik auf den neuesten Stand zu bringen. Daher wäre ein "Abbruch kurzsichtig". Viermehr sollte ein neues Konzept erstellt werden, um eine Nachhaltigkeit zu garantieren. (APA)

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