Euro wieder etwas leichter

29. Dezember 2004, 09:41
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Technische Gegenreaktion nach neuem Rekordhoch - EU-Finanzminister fordern USA zum Handeln auf

Wien/Frankfurt/Brüssel - Der Euro tendierte am späten Dienstagnachmittag im europäischen Devisenhandel gegen den US-Dollar leichter verglichen mit dem heutigen Richtkurs der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch zu Franken und Yen verzeichnete die Gemeinschaftswährung Verluste, zum britischen Pfund leichte Kursgewinne.

Nachdem der Euro im Verlauf ein neues Rekordhoch bei 1,3470 Dollar erzielt hatte, fiel er im späten Geschäft wieder etwas zurück. Ein Händler erklärte den Rücksetzer mit einer technischen Gegenreaktion. Er sieht die Gemeinschaftswährung zur Zeit in einer Seitwärtsbewegung zwischen 1,3420 und 1,3470 Dollar.

EU-Finanzminister fordern USA zum Handeln auf

Die Finanzminister des Euroraumes forderten die USA unterdessen indirekt dazu auf, mehr gegen die Dollar-Schwäche zu tun. "Alle wichtigen Länder und Wirtschaftsräume müssen ihre Verantwortung stärker wahrnehmen, um mit der angemessenen Politik globale Ungleichgewichte abzubauen", erklärten die Minister der Eurozone am Montagabend in Brüssel. "Exzessive Kursschwankungen und ungeordnete Bewegungen der Wechselkurse sind für das Wirtschaftswachstum nicht erwünscht."

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sagte: "Wir haben alle unsere Hausaufgaben zu erledigen. Das gilt für beide Seiten des Atlantiks." Der amtierende EU-Ratspräsident und niederländische Finanzminister Gerrit Zalm sagte, die USA müssten ihre Sparquote erhöhen. Europa und Japan müssten ihrerseits an Reformen arbeiten.

Konjunkturprognose derzeit nicht zu halten

EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia deutete in diesem Zusammenhang an, dass die aktuelle Konjunkturprognose Brüssels für die Eurozone derzeit nicht mehr einzuhalten sei. Er sei besorgt über die Risiken einer Abwärtsbewegung. "Die Aussichten haben sich etwas verschlechtert." Neue Zahlen wollte er nicht nennen. In ihrer Herbstprognose vom Oktober erwartete die EU-Kommission in der Eurozone in diesem Jahr ein Wachstum von 2,1 Prozent und für 2005 von 2,0 Prozent.

Doch die Erklärungen der Euro-Finanzminister haben nach Ansicht von Commerzbank-Analyst Michael Schubert nur einen kurzfristigen Effekt. Die Märkte seien am Dienstag vielmehr noch von den am Freitag veröffentlichten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt bestimmt worden, sagte er. Dort wurde die geringste Zunahme an neuen Stellen seit fünf Monaten verzeichnet. Die Zahlen weckten erneut Zweifel an der Robustheit der US-Konjunktur und waren weit hinter den Erwartungen von Analysten zurückgeblieben. (APA/AP)

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