Ultimatum von Ecclestone an Silverstone

9. Dezember 2004, 14:42
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Aufstockung der WM fix - Banken feiern im Macht­kampf Etappen­sieg vor Gericht

London - Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone hat den Besitzern der Rennstrecke in Silverstone, dem British Racing Drivers Club, eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um dem Vertrag für den Grand-Prix von Großbritannien 2005 zuzustimmen. "Wenn alles bis Donnerstag erledigt ist, sind sie im Kalender. Wenn nicht, dann sind sie nicht dabei", erklärte Ecclestone bei einem Treffen von Teamchefs in London. Er selbst rechne jedoch fest damit, dass das Rennen in Silverstone ausgetragen werde.

Die Teams der Formel 1 haben ihr Einverständnis für eine Weltmeisterschaft mit der Rekordzahl von 19 Rennen im nächsten Jahr gegeben. Den definitiven Kalender wird der Automobil-Weltverband (FIA) am Freitag bekannt geben.

Acht der zehn Rennställe - Ferrari und Sauber fehlten beim Treffen in London - einigten sich mit Bernie Ecclestone über die finanziellen Rahmenbedingungen der Großen Preise von Frankreich in Magny-Cours und von Großbritannien in Silverstone. Das Concorde Agreement, das Abkommen zwischen den Formel-1-Teams und Veranstalter beinhaltet 17 Rennen. Wenn zusätzliche Rennen durchgeführt werden sollen, müssen die Teams zustimmen. Sie werden dafür finanziell entschädigt.

Banken feiern Etappensieg

Im Ringen um die Macht in der Formel 1 hat ein Konsortium aus drei Banken, das sich Speed Investments nennt, nach Angaben der Bayerischen Landesbank einen Etappensieg errungen. Der Londonder High Court of Justice habe einer Beschwerde stattgegeben, teilte die BayernLB am Montag in München mit. Demnach bekomme die Holdinggesellschaft SLEC, die die kommerziellen Rechte an der Formel 1 besitzt und zu 75 Prozent von früheren Gläubigerbanken der KirchGruppe kontrolliert wird, künftig direkten Einfluss auf die Besetzung der Direktorenposten der Formula One Holdings Ltd. In dieser Firma, die SLEC gehört, sind die operativen Gesellschaften der Rennsportserie angesiedelt.

In der Formel 1 hat traditionell vor allem Bernie Ecclestone das Sagen, obwohl der Manager nur noch 25 Prozent der SLEC-Anteile besitzt. Mit der Gerichtsentscheidung sehen die Banken (BayernLB, JP Morgan und Lehman Brothers) nun ihre Einflussmöglichkeiten gestärkt, die jahrzehntelange Kontrolle der Motorsport-Königsklasse durch Ecclestone könnte sich lockern. "Die BayernLB wird sich weiterhin im besten Interesse des Sports und aller beteiligten Interessengruppen engagieren", sagte Vorstandsmitglied Gerhard Gribkowsky. (APA)

  • Mister Formel 1, Bernie Ecclestone.

    Mister Formel 1, Bernie Ecclestone.

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