Segeln: "An idiotischem Konstruktionsfehler gescheitert"

14. Dezember 2004, 12:45
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Norbert Sedlacek musste die Vendee-Globe nach Kielbruch aufgeben und befindet sich auf Notkurs nach Kapstadt

Kapstadt - Der Österreicher Norbert Sedlacek, der die Weltumseglung "Vendee Globe" am Montag nach 29 Tagen wegen eines gebrochenen Heckkieljoches aufgeben musste, befand sich am Dienstagvormittag rund 800 Seemeilen vor der afrikanischen Küste mit Notkurs auf Kapstadt, das er bis spätestens Montag zu erreichen hofft. "Die Seebedingungen sind relativ ruhig und auch die Wettervorhersagen stimmen mich optimistisch, dass die Sache gut für mich ausgeht", berichtete der Wiener in einem Telefonat mit der APA.

Der erste Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum an der härtesten Einhandregatta der Welt war naturgemäß schwer enttäuscht: "Das Schlimme ist, dass ein Projekt, auf das man drei Jahre hingearbeitet hat, an einem banalen, idiotischen Konstruktionsfehler gescheitert ist. Ein elementarer Bauteil ist durch die ständige Acht-Tonnen-Belastung gebrochen, jedoch nicht, weil ich das Schiff überlastet habe." Die Aufholjagd der vergangenen Tage habe sich Sedlacek durch "gute Taktik ersegelt, die mich in Starkwind gebracht hat".

Der Hochsee-Segler wird von der südafrikanischen Küstenwache, in deren Einsatzbereich er sich seit Dienstag befindet, ständig überwacht. "Das Gewicht des Kiels hängt nur noch an den Leinen. Wenn er verloren geht, dreht sich das Schiff um und ich muss in die Rettungsinsel." Im "worst case" hieße es dann sechs bis acht Stunden warten auf die Küstenwache. "Stolz macht mich, dass ich aufgezeigt habe, was man mit einem Mini-Budget erreichen kann", bilanzierte Sedlacek, fügte aber enttäuscht hinzu: "So ist das Leben." (APA)

  • "Die Seebedingungen sind relativ ruhig"

    "Die Seebedingungen sind relativ ruhig"

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