UNO-Mitglieder bekunden Solidarität mit Kofi Annan

9. Dezember 2004, 07:02
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Treten gegen Rücktrittsforderungen auf - Bereits 80 Länder sagten schriftliche Unterstützung zu

New York - Die Liste von Ländern, die mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan ihre Solidarität bekunden und sich gegen Rücktrittsforderungen aussprechen, wird immer länger. Das geht aus einer am Montag vom UNO-Pressebüro herausgegebenen Liste hervor. Bisher haben fast 80 Länder Annan schriftlich ihre Unterstützung zugesagt. Keines der 191 Mitgliedsstaaten hat Annan aufgefordert, sein Amt niederzulegen. "Der Generalsekretär hat die volle Unterstützung der Mitgliedsländer", sagte Annans Sprecher Fred Eckhard. Annan werde sich weiter mit den vorige Woche vorgelegten Vorschlägen zur Reform der UNO beschäftigen.

Vorige Woche hatten der Vorsitzende eines Kongressauschusses in Washington und mehrere rechtsgerichtete US-Medien Annans Rücktritt gefordert. Unter Annans Führung habe der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein Milliardenbeträge vom "Öl-für-Lebensmittel"-Program illegal abgezweigt, lautete die Anschuldigung.

Annan hatte keine Kontrolle über abgezweigte Mittel

Das Programm trat im Jänner 1997 in Kraft, um die von dem Embargo gegen den Irak betroffene Zivilbevölkerung mit lebenswichtigen Gütern zu versorgen. Das Embargo war 1991 nach dem irakischen Überfall auf Kuwait verhängt worden. Als Zeichen ihrer Solidarität haben Österreich und die übrigen EU-Länder Annan ihre Solidarität zugesagt und ihn zum Gipfeltreffen am 17. Dezember nach Brüssel eingeladen. Sprecher Eckhard sagte jedoch, Annan werde wahrscheinlich nicht gehen.

Die Zeitung "The New York Times" hat am Sonntag in einem Leitartikel klargestellt, dass Kofi Annan keinerlei Kontrolle über die angeblich von Saddam Hussein abgezweigten Mittel hatte. Es geht um zwischen zehn und 22 Milliarden Dollar (zwischen 7,44 Mrd. und 16,4 Mrd. Euro).

Den größten Teil dieser Summe habe das gestürzte Regime mit dem Ölschmuggel verdient, schrieb die Times. Die Vereinigten Staaten hätten den Schmuggel vor allem mit Jordanien und der Türkei zugelassen, weil diese mit den USA verbündeten Länder durch das 1991 gegen den Irak verhängte UNO-Embargo von Öllieferungen abgeschnitten waren. (APA)

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