Ein Nobelpreis, eine Rede ...

9. Dezember 2004, 16:56
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... und mehrere Feste - Ab Dienstag wird Elfriede Jelinek vielfach und vielfältig geehrt

Wien/Stockholm - Zwei Monate lang Gratulationen, Interviews, Bitten um Stellungnahmen: Mit Dienstag und der ersten öffentlichen Ausstrahlung ihrer (in Wien aufgezeichneten) Nobelpreisrede in Stockholm neigt sich für Elfriede Jelinek eine - auch für die österreichische Literatur insgesamt - beispiellose Periode öffentlichen Interesses dem Ende zu.

Nachdem die Schriftstellerin sich aus privaten Gründen nicht in der Lage sieht, den mit rund 1,1 Millionen Euro dotierten Preis der Schwedischen Akademie vor Ort persönlich entgegenzunehmen, werden wohl auch die in den nächsten Tagen zu ihren Ehren ausgerichteten Feste ohne ihre Anwesenheit auskommen müssen.

Besonders reizvoll ist diesbezüglich ein "Angebot" des Burgtheaters: Am Freitag, dem 10.12. wird - parallel zum offiziellen königlichen Bankett in Stockholm - zuerst in der Akademie um 18.30 Das Werk aufgeführt, und um 21.00 wird in der Burg ein wahres Galaprogramm mit unzähligen Grußbotschaften und Beiträgen etwa von Elfriede Gerstl, Gert Jonke, Lisa D. oder Christoph Schlingensief geboten.

Im Wiener Literaturhaus wird, ebenfalls am Freitag, ab 19.00 Uhr das von Pia Janke herausgegebene Werkverzeichnis Elfriede Jelinek präsentiert. Auch das Salzburger Literaturhaus hat für denselben Abend unter dem Titel Stimmen und Gegenstimmen ein Jelinek-Programm kompiliert: Julia Stemberger liest da zum Beispiel aus Jelineks Roman Die Klavierspielerin.

Auch der ORF gratuliert mit einem Programmschwerpunkt. Neben Ausstrahlungen der Rede (Dienstags erstmals im Journal Panorama um 18.25) und von Hörspielen auf Ö1, zeigt ORF 2 das Porträt "Wer hat Angst vor Elfriede J.?" am Samstag, den 11. 12., um 23.35 Uhr. Anschließend, um 0.30 Uhr, ist "Ein Sportstück" zu sehen. Am Sonntag, dem 12. 12. folgt um 23.05 Uhr Michael Hanekes mehrfach preisgekrönte Verfilmung von "Die Klavierspielerin".

Wer einfach Jelinek lesen möchte: Die Theatertexte Bambiland und Babel (Uraufführung im März im Akademietheater), beides Variationen über den Irakkrieg, erscheinen dieser Tage bei Rowohlt. Und, obwohl die Dichterin warnend ruft: "Endlich muss ich keine Fragen mehr beantworten!", darf der STANDARD aus einer Korrespondenz zum Thema Pisa-Studie zitieren. (cp, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 7.12.2004)

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    Geehrte Nobelpreisträgerin E. Jelinek.
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