Ein Ritter, der nicht kämpfen will und trotzdem siegt

6. Dezember 2004, 20:13
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Klassiker für ein junges Publikum neu gedichtet: "Legende von König Artus" im Theater der Jugend

Thomas Birkmeir, Intendant des Theaters der Jugend (TdJ), hat sich als Autor und Regisseur darauf spezialisiert, Klassiker für ein junges Publikum neu zu dichten. Und so rittert in der Legende von König Artus ein pazifistischer Basisdemokrat an der Spitze eines ganzen Volkes. Ein Sensibelchen, gespielt von TdJ-Star Simon Jaritz. Doch in der Not lernt dieses "Artüsschen" dann doch bei Lancelot (Christian Kainradl) den Schwertkampf über Nacht, und zieht dem eingefallenen Feind eins über die Rübe. Verteidigung ist erlaubt, Angriff nicht - wenn man das nur immer voneinander unterscheiden könnte!

Zauberer Merlin, der in gebückter Gestalt Johannes Zeilers unterm meterlangen weißen Schnittlauchhaar durch gespenstisch bewegte Felsschluchten zieht (Bühne: Christine Dosch), tut das seinige, damit es das auserkorene Erlöserkind nicht ganz so schwer hat.

Und Ginevra (Eva Neubauer), die in Männerroben schlagkräftig durchs Leben (im Wald) gehende Schöne - "Boar, eine Frau!" heißt's, wenn sie aus der Ritterrüstung steigt -, bietet auch für die emanzipierte Schar sechsjähriger Schulmädchen genug Identifikationsmöglichkeit. Pünktlich heilsgeschichtlich. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.12.2004)

LinkRenaissancetheater/Theater d. Jugend
7., Neubaug. 38
01/521 10
Bis 22. 12.
  • Artikelbild
    foto: theater der jugend
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