Ölpreis steigt nach Anschlag in Saudi-Arabien

7. Dezember 2004, 10:55
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Sorge über Kürzung der Fördermengen

Hamburg/Wien - Sorgen über mögliche Produktionskürzungen der OPEC und der Anschlag auf ein US-Konsulat in Saudi-Arabien haben am Montag den Ölpreis wieder nach oben getrieben.

Am Vormittag kletterte der Preis für die besonders hochwertige Ölsorte Brent in London um 63 US-Cent auf 39,99 Dollar. Im vorbörslichen Handel in New York wurde ebenfalls mehr bezahlt, nämlich 68 Cent auf 43,22 Dollar. Der Höchststand in New York lag im Oktober bei 55,17 Euro.

Drohende Drosselung der Fördermenge

Brancheninsider sehen die Gefahr, dass die OPEC-Länder auf ihrem nächsten Treffen am Freitag in Kairo die Fördermenge senken könnten. Mehrere Ölminister der OPEC-Länder regten einen solchen Schritt an, da die Märkte gut mit Öl versorgt seien. Außerdem wird einen Anhebung des Preisbandes nicht ausgeschlossen, in dem nach Vorstellung der OPEC der Ölpreis schwanken sollte.

Außerdem beunruhigte der Anschlag in Dschidda die Märkte: Bei heftigen Feuergefechten im US-Konsulat in der Hafenstadt kamen sieben Menschen ums Leben. Schwer bewaffnete Angreifer waren in das stark gesicherte Gebäude eingedrungen und hatten dort offenbar Geiseln in ihre Gewalt gebracht.

Preisentwicklung

Ein Barrel OPEC-Öl kostete vergangene Woche im Durchschnitt 38,50 Dollar nach 38,52 Dollar in der Woche davor. Am Freitag lag der Preis für Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) nach Angaben vom Montag aus Wien bei 34,53 Dollar.

Im Monat Oktober kostete das OPEC-Öl im Schnitt 45,37 Dollar. Im ganzen Jahr 2003 waren es 28,10 Dollar, 2002 waren es 24,36 Dollar. Die OPEC berechnet den so genannten Korbpreis aus sieben verschiedenen Ölsorten der Mitgliedsländer.

In Deutschland fiel vergangene Woche der Heizölpreis weiter. Mit rund 44,22 Euro pro 100 Liter liegt der Preis nun 15 Prozent unter dem Oktober-Höchststand von 52,40 Euro, wie der Fachdienst EID in Hamburg mitteilte. (AP)

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