CDU-Spitzenpolitiker schätzen Merkels Ergebnis als "gut" ein

8. Dezember 2004, 14:00
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"Union steht geschlossen hinter Merkel" - Müntefering: CDU verabschiedet sich von sozialer Marktwirtschaft

Düsseldorf - Führende CDU-Politiker haben das Wahlergebnis von Parteichefin Angela Merkel trotz deutlicher Stimmenverluste als "gut" beurteilt. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sagte am Montag am Rande des CDU-Bundesparteitags in Düsseldorf, Vorsitzende würden nicht gewählt, "um 100 Prozent der Stimmen zu bekommen".

Merkel erhielt mit 88,41 Prozent deutlich weniger Zustimmung als vor zwei Jahren. Das Wahlergebnis galt auch als Signal für den weiteren Weg der CDU-Chefin zur Kür des Unions-Kanzlerkandidaten. Vor dem Parteitag war Merkel aus den eigenen Reihen ein sehr gutes Wahlergebnis vorausgesagt worden.

"Schon okay"

Mecklenburg-Vorpommerns Landeschef Eckhardt Rehberg sagte, das Ergebnis sei "schon okay". Die Delegierten, die nicht für Merkel gestimmt haben, müssten sich aber fragen, ob es für die CDU nicht besser gewesen wäre, ein Votum für die Vorsitzende abzugeben. Präsidiumsmitglied Jörg Schönbohm sah in dem Resultat keine Vorentscheidung für die Kür des Kanzlerkandidaten. Darum sei es nicht gegangen. "Die Union steht geschlossen hinter Merkel."

Am Montagabend sollten die Delegierten den Gesundheitskompromiss mit der CSU verabschieden. Der CSU-Parteitag in München hatte den umstrittenen Kompromiss Mitte November mit knapp 90 Prozent angenommen. Auch bei der CDU wurde eine große Zustimmung erwartet. Den Leitantrag der CDU, der am Dienstag auf dem Programm in Düsseldorf steht, bezeichnete SPD-Chef Franz Müntefering als "Abschied der Partei von der Sozialen Marktwirtschaft". Hinter Formulierungen wie "Lohnzurückhaltung" würden sich Forderungen nach Lohnkürzungen verbergen. (APA/dpa)

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