Wie IT langsam verschwindet

15. Dezember 2004, 17:03
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HP: Beweglichkeit wird zur Schlüsselfunktion

Zwar verspricht Informationstechnologie (IT) Unternehmen, dass sie dank computerisierter Prozesse rascher und besser auf die Anforderungen des Markts reagieren können. Die Realität ist oft eine andere, konstatiert Nora Denzel, Vizepräsidentin bei Hewlett-Packard für den Bereich "Adaptive Enterprises" (anpassungsfähige Unternehmen): "IT wird als Aufwand und Infrastruktur betrachtet", der selbst wenig anpassungsfähig ist.

"Wie misst man die Beweglichkeit eines Unternehmens?"

Die Zukunft, die HP ihren Kunden verspricht, versucht IT eine andere Rolle zu geben: "Es geht darum, wie IT dafür hergerichtet wird, dass sie die ständigen Änderungen bei Menschen, Abläufen und Geschäftsfeldern im Unternehmen laufend unterstützt", erklärt Denzel das Konzept des Adaptive Computing.

Osteuropa

Etwa bei den Veränderungen, die sich für heimische Finanzunternehmen daraus ergeben, dass sie nach Osteuropa gehen. Die Schlüsselfrage dabei sei, "Wie misst man die Beweglichkeit eines Unternehmens?", sagt Denzel – denn ohne solide Basis könnten weder Verbesserungen (noch Verschlechterungen) im Gebrauch der IT festgestellt werden. Derzeit sind Messdaten IT-bezogen, sie geben beispielsweise den Prozentsatz der Verfügbarkeit von Servern an, was aber für das Unternehmen letztlich irrelevant ist. Die eigentlichen Kennzahlen liegen beim jeweiligen Geschäftsfall: Etwa wie lange es dauert, bis ein neuer Kunde im Handynetz freigeschalten wird; dieser Wert sei für den Mobilfunkanbieter relevant, und er muss reagieren, wenn es zu signifikanten Abweichungen kommt – gleich, ob das Problem bei einem IT-Ausfall oder einer sonstigen Störung der Bearbeitung liegt.

In Griff bekommen

"Wir müssen den Businessprozess in den Griff bekommen, nicht den IT-Prozess", beschreibt Denzel die nötige Veränderung, wie IT sich in das Unternehmen künftig integrieren soll. Dadurch würde IT zur internen Beraterin für optimale Geschäftsabläufe und letztlich Geld bringen, statt Geld zu kosten. Wie verpflichtet sich HP bei diesem Konzept gegenüber ihren Kunden? Denzel: "Wir haben zunehmend Aufträge, bei denen wir nicht mehr für die Lieferung von Ausrüstung bezahlt werden, sondern nur noch an den Kosten der Transaktion verdienen." ( Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 7. Dezember 2004)

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