Ernstes für Theater an der Wien liefern Symphoniker und RSO

6. Dezember 2004, 18:31
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Kooperationsvertrag bis 2007 abgeschlossen - Zwei bis vier Opernproduktionen ohne zusätzliche Subventionen

Wien - Die Verhandlungen sind beendet: das Theater an der Wien hat für seine Bespielung mit ernster Musik ab 2007 die Wiener Symphoniker und das Radio-Symphonieorchester Wien in jeweils gleichem Umfang als Opernorchester engagiert. Auch mit dem Arnold Schoenberg Chor wurde ein analoger Kooperationsvertrag unterzeichnet, wie Roland Geyer, Intendant des Theaters an der Wien am Montag der Presse bekannt gab. Jeweils zwei bis vier Opernproduktionen pro Saison sollen die Orchester leisten, weitere zwei bis vier Produktionen werden an andere Ensembles wie den Concentus Musicus oder das Klangforum vergeben.

"Symphoniker waren bisher nicht im Rahmen ihrer vollen Kapazität ausgelastet"

Den Kooperationsvertrag zwischen dem Theater an der Wien und den Wiener Symphonikern unterzeichneten am Montag Intendant Geyer, Symphonikerpräsident Rudolf Streicher und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S). "Es geht darum, die Kräfte zu bündeln. Sowohl das Theater an der Wien, als auch die Symphoniker sind im Besitz der Stadt Wien", so Geyer. Die zwei bis vier Opernproduktionen ließen sich mit den üblichen 400 Normaldiensten der Symphoniker im Jahr ohne zusätzliche Subventionen bewältigen. Mit einem "durchforsteten Programm" und "Optimierung der Termine" sei dies laut Streicher machbar: "Die Symphoniker waren bisher nicht im Rahmen ihrer vollen Kapazität ausgelastet." Das Engagement der Symphoniker bei den Bregenzer Festspiele werde nicht in Frage gestellt bekräftigten sowohl Streicher als auch Mailath-Pokorny, auch wenn sich die Symphoniker gerade in Verhandlungen zur Adaptierung des laufenden Vertrags befänden.

Wichtige finanzielle Basis für RSO

RSO-Leiterin Haide Tenner betonte, dass die Konzerttätigkeit ihres Orchesters im Konzerthaus oder Musikverein und auch die Pfleger zeitgenössischer Literatur nicht eingeschränkt werden sollen. "Wir haben schon bisher zwei Produktionen jährlich im Theater an der Wien gespielt, die weiteren müssen sich ausgehen, indem man die ein oder andere kleine Tournee weglässt." Die fixierte Zusammenarbeit stelle eine wichtige finanzielle Basis für das Orchester dar. Auch für Erwin Ortner, dem künstlerischen Leiter des Arnold Schoenberg Chores, ist das fixe Engagement des Chores eine wichtige finanzielle Sicherheit: "Es ist schwierig für einen Chor, außerhalb eines Opernbetriebes Kontinuität zu finden." Trotzdem wolle man ein Konzertchor bleiben, der sich projektbezogen "auf die Bühne stellt", so Ortner. (APA)

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