FP-Gerangel um Landtagspräsident

6. Dezember 2004, 16:02
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Interne Front gegen Strache als Klubchef

Wien – Johann Römer, der von der FPÖ gestellte Dritte Wiener Landtagspräsident, hat am Montag sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zurückgelegt. Seither gärt es im Wiener FPÖ-Klub. Und zwar derart gewaltig, dass durchaus mit dem einen oder anderen Gärgasopfer zu rechnen ist.

Der ursprüngliche Plan lautete: Der frühere Wiener FP- Chef Hilmar Kabas solle Dritter Landtagspräsident werden und somit seinen Platz als Klubobmann im Rathaus räumen. Womit dann der neue Parteiobmann Heinz Christian Strache endlich auch FP- Klubobmann im Gemeinderat werden könnte.

Offiziell wird dies jetzt einmal dementiert: "Durch die intensive Tätigkeit Straches für die Landespartei, diese auf Erfolgskurs zu bringen, kommt für den Wiener FPÖ-Obmann zurzeit weder das Amt des Klubobmannes noch jenes des dritten Landtagspräsidenten infrage", erläutert FP-Pressesprecher Harald Vilimsky.

"Dem ist nichts hinzuzufügen", sagt auch Strache selbst im STANDARD-Gespräch. Ansonsten erklärt Strache nur kryptisch: Es stünden "viele Persönlichkeiten zur Auswahl", und die Entscheidung falle in der nächsten Vollversammlung.

Trotzdem machen nun einige Mandatare im FP-Klub vorsorglich Front gegen die Strache-Option. Dem Vernehmen nach sei insbesondere Hilmar Kabas stinksauer, da mit ihm bisher nicht einmal darüber geredet worden sei.

"Jetzt ist im Gemeinderat das Team von Kabas – Strache wird dann für die nächste Wahl seine Mannschaft aufstellen", erläutert ein Klubmitglied die Argumente. Und auch hier heißt es, dass "Strache jetzt auf die Straße muss. Würde er Klubobmann, bräuchte er zusätzlich einen geschäftsführenden Klubchef zur Seite." Der Ärger richte sich aber auch nicht gegen Strache, sondern gegen Vilimsky, der diesen Plan ursprünglich verfolgt habe.

Den Gerüchten zufolge habe bisher erst einer gegenüber den anderen Mandataren sein Interesse am Amt des Dritten Landtagspräsidenten geäußert: Gemeinderat Herbert Madejski. Doch auch der sagt dazu vorerst nur: "Sollte Hilmar Kabas kandidieren, wird sicher niemand von uns gegen ihn antreten." (Roman David-Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2004)

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