Putin kritisiert westliche Einmischung

8. Dezember 2004, 20:50
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Russischer Präsident will keine Spaltung des Landes in "Westler und Ostler"

Ankara/Moskau - Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den Streit um die Präsidentenwahl in der Ukraine massiv als westliche Einmischung kritisiert. Er wolle nicht, dass sich die Ukraine wie Deutschland in Westler und Ostler spalte, "in Menschen erster und zweiter Klasse", sagte Putin bei seinem Besuch in Ankara am Montag.

Der Westen behandle die Staaten der ehemaligen Sowjetunion fast wie ein Kolonialgebiet, gab Putin zu verstehen. Es dürfe nicht sein, "dass irgendein guter, aber strenger Onkel im Tropenhelm den Menschen zweiter Klasse, denen mit politisch dunkler Hautfarbe, sagt, wie sie sinnvoll leben sollen", zitierten russische Nachrichtenagenturen den Kreml-Chef. "Und wenn die Eingeborenen sich wehren, dann gibt es den Raketenprügel wie in Jugoslawien".

Putin hatte im Wahlkampf auf den Ministerpräsidenten Viktor Janukowitsch gesetzt. Die gerichtlich angeordnete Wiederholung der Stichwahl in der Ukraine war international als Niederlage für Putin gewertet worden. Der Kreml-Chef sagte in Ankara, er halte nichts davon, die Wahlgesetzgebung jeweils einem bestimmten politischen Ziel anzupassen. (APA/dpa)

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