Abbas in Umfrage beliebter als Barghuti

8. Dezember 2004, 19:50
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Gute Chancen auf Präsidentschaft im Jänner - Statusfrage Jerusalems wichtigstes politsches Thema

Jerusalem - Im Kampf um die Nachfolge von Yasser Arafat hat der neue PLO-Chef Mahmud Abbas deutlich an Boden gewonnen. In einer am Montag veröffentlichten Erhebung lag er um 18 Prozentpunkte vor seinem schärfsten Rivalen, dem in Israel inhaftierten Fatah-Politiker Marwan Barghuti. Wichtigstes politisches Thema war für die 997 befragten Palästinenser der künftige Status von Jerusalem, gefolgt vom Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge nach Israel.

Der Umfrage zufolge wollen 85 Prozent an der Präsidentenwahl am 9. Jänner teilnehmen. 39,8 Prozent sprachen sich für Abbas aus, 21,9 Prozent für Barghuti. Den acht weiteren Kandidaten wurden kaum Chancen eingeräumt. Rund 40 Prozent der Befragten äußerten offene Kritik an Barghutis Zickzackkurs, wie sie es nannten. Der populäre Politiker hatte sich zunächst hinter den offiziellen Fatah-Kandidaten Abbas gestellt, dann aber seine Kandidatur als Unabhängiger angekündigt. Dies stieß auch innerhalb der Fatah auf viel Kritik.

Status Jerusalems dringlichstes Problem

27,1 Prozent der Befragten nannten den Status von Jerusalem als dringlichstes politisches Problem. Israel und die Palästinenser beanspruchen Jerusalem beide als Hauptstadt. Das von Israel abgelehnte Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge, die nach der Staatsgründung 1948 vertrieben wurden, war für 22,5 Prozent besonders wichtig.

Unterdessen drohte der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon seinem Likud-Block mit Neuwahlen, sollte sich die Partei gegen seine Pläne für eine Koalition mit der Arbeitspartei stellen. Sharon, der im Parlament keine Mehrheit mehr hat, braucht die Unterstützung der Partei von Shimon Peres, um seinen Gaza-Abzugsplan durchzubringen. Das Zentralkomitee von Likud will noch in dieser Woche über das Bündnis entscheiden. Eigentlich soll in Israel erst im November 2006 gewählt werden. (APA/AP)

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