Wahlkommission: Wahltermin wird auf keinen Fall verschoben

7. Dezember 2004, 16:47
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Heftige Gefechte zwischen Rebellen und US-Soldaten in Bagdad

Bagdad - Die Wahlen im Irak am 30. Jänner werden auf keinen Fall verschoben. Dies sagte der Sprecher der Unabhängigen Wahlkommission, Farid Ayar, nachdem am Sonntag sieben sunnitische Parteien eine Verschiebung der ersten allgemeinen Parlaments- und Regionalwahlen um mindestens sechs Monate gefordert hatten. Zwar habe man die Registrierungsfrist für Parteien und Direktkandidaten in den drei Unruheregionen nochmals um fünf Tage verlängert, aber am Wahltermin 30. Jänner werde kompromisslos festgehalten.

Ajar sagte, er wisse, dass es in der nordirakischen Stadt Mossul, den Provinzen Anbar und Salahuddin schwierig ist, einen Wahlkampf zu führen. Doch in den anderen 15 Provinzen sei dies möglich. Eine entscheidende Rolle würden ohnehin die Medien spielen.

Boykottaufruf

Der Wahlkommissionssprecher bezweifelte, dass eine Verschiebung der Wahlen mehr Sicherheit für die Wahlkämpfer bringen werde. Auf Grund der katastrophalen Sicherheitslage im Irak wurden in den letzten Wochen immer mehr Stimmen für eine Verschiebung des Wahltermins laut. Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten im Irak hatte sogar zum Boykott des Urnengangs aufgerufen.

Aufständische in Bagdad lieferten sich indes heftige Gefechte mit US-Soldaten, nachdem sie Augenzeugen zufolge einen angeblichen Kollaborateur erschossen hatten. Der Iraker habe für die Koalitionstruppen gearbeitet, erklärten die Rebellen zur Begründung. Passanten in der Haifa-Straße brachten sich in Sicherheit, Geschäfte wurden geschlossen. In Haditha nordwestlich von Bagdad wurden nach Krankenhausangaben bei Kämpfen mit US-Truppen drei Aufständische getötet und vier verletzt.

Die US-Streitkräfte gaben unterdessen den Tod weiterer fünf Soldaten in der Provinz Anbar westlich von Bagdad bekannt. Drei Männer wurden demnach am Sonntag getötet, zwei Marineinfanteristen starben bereits am Freitag. Damit sind nach Zählung der Nachrichtenagentur AP seit Beginn des Irak-Krieges im März vergangenen Jahres mindestens 1.276 US-Soldaten ums Leben gekommen. (APA/dpa/AP)

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