Post lockt Land-Kaufleute mit besseren Bedingungen

16. Dezember 2004, 14:02
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Neuer Vertrag: Keine Anfangsinvestitionen, Zuschuss zu EDV-Kosten und inflationsangepasste Provisionen - Rund 100 neue Postpartner erwartet

Wien - Rund 100 der 357 Postämter, die die Post bis Mitte nächsten Jahres schließen will, sollen durch ländliche Handelsbetriebe, Trafiken, oder Tankstellen ersetzt werden. Für die restlichen Gemeinden werden, um die Post-Dienstleistungen gewährleisten zu können, am Gemeindeamt Post-Servicestellen eingerichtet oder so genannte Landzusteller eingesetzt.

Wirtschaftskammer (WKÖ) und Post AG haben am Montag einen Vertrag unterzeichnet, in dem die neuen Bedingungen, unter denen diese so genannten Postpartner arbeiten, fixiert werden. Den Partnerbetrieben wird die Post künftig mehr Kosten ersetzen als bisher.

"Finanzielle Eintrittsschwelle gesenkt"

Die Anfanginvestitionen werden zur Gänze gezahlt - statt wie bisher zu 60 zahlt die Post 85 Prozent Den Rest sollen Gemeinden, Länder und Wirtschaftskammer beitragen. Außerdem übernimmt die Post auch der Hälfte der anfallenden monatlichen EDV-Kosten von insgesamt 108 Euro. Dazu werden pro Jahr jedes Jahr die Provisionen, die die Partnerbetriebe für ihre Dienstleistungen von der Post kassieren, an die Inflation angepasst.

Post-Filial-Vorstand Herbert Götz sprach davon, dass durch das neue Agreement die "finanzielle Eintrittsschwelle für die Postpartner dramatisch heruntergesetzt" worden sei, das neue Modell habe für die künftigen Partnerbetriebe eine "deutlich höhere Attraktivität".

Die jährliche Valorisierung der Provisionen und die Übernahme der 54 Euro EDV-Betriebskosten gilt ab 1.1.2005 auch für die "alten", bereits seit drei Jahren operierenden Postpartner - 122 an der Zahl.

Keine Postpartner könnten etwa Raiffeisenbanken oder Sparkassen werden, bekräftigte Götz mit Hinweis auf eine bis 2012 dauernde Vertriebskooperation zwischen Post und der Bawag-Tochter P.S.K.: "Wo Post draufsteht, muss auch P.S.K. drinnen sein", meinte Götz auf Avancen von Seiten der Sparkassen.

Erhöhte Mindestprovision

Die so genannte jährliche Mindestprovision, ab der die Post den Betrieben eine Partnerschaft "empfiehlt", wurde von zuletzt 2.907 Euro (40.000 S) auf nun 5.000 Euro pro Jahr angehoben.

Dies ist die Schwelle, ab der es sich nach Meinung der Post lohnt, in die Dienstleistung einzusteigen. Eine Garantiesumme sei dies freilich nicht, sagte Götz - und wenn ein Post-Partner auch mit weniger zufrieden ist, wird die Post ihn als Partner nicht ablehnen.

Die aus dem neuen Vertrag erwachsenden Mehrkosten werden die Post-Budgetplanungen nicht sprengen, sagte Götz: "Wir glauben, dass das in unseren Wirtschaftlichkeitsberechnungen Platz hat."

"Dreifachen Win-Win-Situation"

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sprach bei der Unterzeichnung des neuen Postpartner-Vertrages von einer "dreifachen Win-Win-Situation": Profitieren würden die Konsumenten am Land, denen die Dienstleistung weiter uneingeschränkt zur Verfügung stehe, die Post, die ihre Kosten senken müsse und die ländlichen Gewerbetreibenden, die die neuen Dienstleistungen dazu nutzen könnten, mehr Umsatz zu generieren.

Erich Lemler, Obmann der WKÖ-Handels-Spsrte rechnet wegen der verbesserten Vertrasgbedigungen mit regem Interesse durch die gewerbliche Wirtschaft in den Landgebieten. Insgesamt haben sich laut Lemler schon 2002 rund 3.000 Händler gemeldet, diesmal rechnet die Wirtschaftskammer mit einem ähnlichen Interesse. (APA)

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