Suns Open-Source-Strategie: Viel Nehmen und wenig Geben

16. Dezember 2004, 15:19
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Kritik an neuer Lizenz für Solaris - "Ein-Weg-Lizenz" nicht kompatibel mit der GPL

Kaum scheinen Suns Open Source Bemühungen rund um das eigene Unix-Derivat Solaris ins Laufen zu kommen, schon regt sich lautstarke Kritik an den Bemühungen des Konzerns. Konkret erregt die vom Konzern extra neu geschaffene Lizenz CDDL den Unmut der Open Source Community, diese ist nämlich offenbar nicht zur verbreiteten GPL kompatibel.

Inkompatibel

Dies hätte zur Folge, dass Code-Teile aus beiden Welten nicht kombiniert werden könnten, eine Integration von Solaris-Technologien im Linux-Kernel wäre somit ausgeschlossen. Eine solche Lizenzwahl, so Sun nicht wieder einmal eine Richtungsänderung vornimmt, würde wohl für einiges böses Blut sorgen, schließlich hat der Konzern selbst maßgeblich von Open Source-Technologien wie dem GNOME-Desktop profitiert. KritikerInnen sehen in der CDDL entsprechend eine "Ein-Weg-Lizenz".

Community?

Linux-Erfinder Linus Torvalds sieht laut eweek das Hauptproblem für Sun allerdings noch ganz wo anders: Es wird der Firma nur schwer gelingen eine Community rund um Solaris zu entwickeln, da Sun recht offensichtlich zumindest teilweise vorhabe die vollständige Kontrolle über den Code zu behalten. Die Community-EntwicklerInnen würden so immer nur die zweite Geige spielen, eine Herangehensweise, die nicht gerade motivierend sei.

Vorteile

Eine der Schönheiten der GPL sei es eben, dass damit keine Kontrolle möglich sei, wer auch immer sich den Code vornehme, könne ihn nach seinen Wünschen verändern und sei so selbst der "Besitzer", so Torvalds weiter. (red)

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