Andrew Lloyd Webber: Musical noch nicht tot

13. Dezember 2004, 21:00
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"Das ist immer ein Kreislauf" - Verfilmung vom "Phantom der Oper" bald in Österreichs Kinos

London - Die Karriere des britischen Musical-Erfolgsautors Sir Andrew Lloyd Webber (56) begann früh: Bereits mit 19 Jahren schrieb der Sohn eines Komponisten und einer Klavierlehrerin als Student in Oxford sein erstes Bühnenstück. Musical-Hits wie "Evita" (1976), "Cats" (1981) oder "Starlight Express" (1984) gingen später um die Welt. Mit "Das Phantom der Oper" kommt am 17. Dezember nach Verfilmungen von "Evita" und "Jesus Christ Superstar" zum dritten Mal eines seiner Musicals in die österreichischen Kinos.

Glauben sie, dass der Musical-Boom der vergangenen 20 Jahre endgültig zu Ende geht?

Lloyd Webber: Das ist immer ein Kreislauf. Zur Zeit haben wir gerade in London eine sehr gute Saison und viele Leute kommen von weit her, um die Musicals zu sehen. Das hängt sehr von der Qualität der Stücke ab. Allerdings denke ich, es ist nicht unmöglich, dass Musical-Filme irgendwann wieder populärer werden könnten. Momentan sind solche Filme noch immer nicht das, worauf Hollywood gleich anspringt. Niemand kann solche Dinge voraussagen, aber wenn das Publikum die Filme liebt, wird Hollywood mitmachen. Dafür müsste es aber noch mehr Leute geben, die das vorantreiben und Musicals verfilmen.

Könnten sie sich vorstellen, dass noch andere ihrer Stücke verfilmt werden?

Lloyd Webber: Ich könnte mir gut vorstellen, auch andere meiner Musicals verfilmt zu sehen, durchaus auch in kleinerem Rahmen. Universal etwa hat die Rechte an "Cats" gekauft, um daraus einen Trickfilm zu machen. Es ist schade, dass das noch nicht passiert ist. Sehr gerne würde ich kleinere Filme von "Aspects of Love" oder "The Beautiful Game", meinem Musical über den Nordirland-Konflikt, machen. Für einen größeren Film würde sich eher "Sunset Boulevard" eignen. Gerade dabei zeigt sich aber, dass es gar nicht so einfach ist, ein Musical zu verfilmen, weil damit oft viele Rechtsansprüche zusammenhängen. Wenn "Das Phantom der Oper" ein Erfolg wird, wird es künftig vielleicht etwas leichter werden.

Wie sind Sie eigentlich selbst zum Musical gekommen?

Lloyd Webber: Als ich jung war, konnte ich es mir nicht leisten, ins Theater zu gehen. Deshalb habe ich immer die Musical-Filme angesehen, die damals, als ich etwa acht oder neun war, sehr populär waren. Stücke wie "Westside Story" oder "Oklahoma" habe ich darüber kennen gelernt. Außerdem hat mich definitiv meine Begeisterung für Kunst und Architektur zum Musical geführt. Ich hatte schon immer viel Spaß am Visuellen. (APA/dpa)

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    foto: warner bros
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