Der Traum(?) vom 1.000 Jahre alten Menschen

13. Dezember 2004, 12:49
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Leiter des SENS-Projekts in Cambridge: "Gebrechlichkeit wird sich nicht einstellen"

London/Cambridge - Bis an die 1.000 Jahre will der Genetiker Aubrey de Grey den Menschen werden lassen. Dem Altern will der Forscher mit seinem Projekt SENS (Strategies for Engineered Negligible Sensescence) mit medizinischem Know-how entgegenwirken, berichtet BBC-Online.

De Grey will alle Arten von molekularen und zellulären Störungen und Fehlern, die sozusagen mit der Zeit kommen, reparieren. Jede Methode, die dazu geeignet ist, das zu tun, funktioniert bereits, befindet sich gerade in klinischen Tests oder basiert auf Technologien, die bereits existieren, aber noch mit anderen kombiniert werden müssen. Das bedeutet auch, dass das gesamte Lebensverlängerungsprojekt innerhalb der kommenden zehn Jahre zuerst bei Mäusen funktionieren muss, ehe es dann weitere zehn Jahre später beim Menschen angewendet werden kann.

Künftige Langlebige schon unter uns?

Wenn diese Therapien wirken, werden Altersschwäche und Gebrechlichkeit der Vergangenheit angehören, zeigt sich der Forscher überzeugt. Dass damit das Leben unendlich lange dauert, das verspricht der Forscher aber nicht, denn sowohl Unfälle als auch Schlangenbisse und neue Influenza-Erreger werden uns auch dann noch das Leben verkürzen. Der Forscher geht sogar davon aus, dass heute 60-Jährige die Ersten sein werden, die 1.000 Jahre alt werden.

Der Wissenschaftler sieht das Altern als sehr komplexen Vorgang. "Es gibt sieben Typen molekularer und zellulärer Zerstörung inklusive dem Zellverlust ohne Ergänzung sowie Mutationen in den Chromosomen, die tatsächlich zu umgehen sind", erklärt de Grey. Die meisten dieser Schäden können bereits heute mit den gängigen Technologien oder mit jenen, die gerade entwickelt werden, behoben werden.

"Gebrechlichkeit wird sich nicht einstellen"

"Die Lebenslänge wird wesentlich variabler werden und Gebrechlichkeit wird sich nicht einstellen", so de Grey. Typische Alterserscheinungen sollen der Vergangenheit angehören und Älter werden bedeutet dann nicht, all jene Problemen zu haben, an denen ältere Menschen heute leiden. De Grey, der das SENS-Projekt an der Cambridge University leitet, hält derzeit auch den Methusalah Mouse Prize für die Lebensverlängerung von Mäusen. (pte)

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