Gehrer für "unaufgeregte" Diskussion

8. Dezember 2004, 18:49
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Resultate der Studie entsprechen den vorab publizierten Daten - Gehrer will Schulgesetze durchforsten - erste Ergebnisse des Reformdialoges im Jänner erwartet

Für eine "unaufgeregte" und sachliche Diskussion über die PISA-Studie hat Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) am Montag bei der offiziellen Präsentation der Ergebnisse in Wien plädiert. Es gebe mehr als "himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt", so die Ministerin, die auch die Schulgesetze durchforsten will. Die Resultate der Studie entsprechen den vorab publizierten Daten.

Reformen im Jänner

Beim Reformdialog Ende Jänner werde man bereits einzelne Maßnahmen auf den Tisch legen, so Gehrer. So sollen etwa die Nachprüfungen in die letzte Ferienwoche vorverlegt werden. Außerdem sollten die Kinder schon ein Jahr vor Schulbeginn an der Volksschule eingeschrieben werden, um bei Bedarf schlecht Deutsch sprechenden Fünfjährigen Kurse anzubieten. Dazu bedürfe es aber der Hilfe der für die Kindergärten zuständigen Länder.

Nicht mehr im Verfassungsrang

Bei der Frage der Zwei-Drittel-Erfordernis für Schulgesetze begrüßte Gehrer die Ankündigung von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer, sich für eine Aufhebung derselben einzusetzen. Gleichzeitig machte sie aber eine Einschränkung: In der Verfassung müsse es weiter eine "schlanke Grundsatzgesetzgebung" geben. Darunter heiße es, die Gesetze zu durchforsten. Diese seien "zu intensiv" und "zu sehr festgeschrieben".

Wenig Probleme mit Migranten

Den Einfluss von Migranten in Österreich auf das PISA-Ergebnis sah PISA-Österreich-Leiter Günter Haider im internationalen Vergleich als nicht besonders groß an. 14 Prozent der Eltern der getesteten Schüler seien nicht in Österreich geboren. Damit liege man international nur leicht über dem Schnitt. In Mathematik würden ihre Leistungen um 60 bis 70 Punkte hinter dem österreichischen Schnitt liegen - dieser Abstand finde sich in den anderen OECD-Staaten auch. Gleichzeitig machte Haider darauf aufmerksam, dass der PISA-Test nur Jugendliche erfasst, die noch in die Schule gehen. Zwischen fünf und sechs Prozent des jeweiligen Altersjahrgangs zählten aber jeweils zur "Out-of-school-Population".

Schwachstellen

Probleme bei den österreichischen Schülern sah Haider in der Mathematik, bei verbalen Interpretationen und bei der Begründung von Lösungen sowie in den Naturwissenschaften beim Verstehen wissenschaftlicher Untersuchungen sowie dem Ziehen von Schlüssen."Eine österreichische Mathe-Aufgabe hat nur eine richtige Lösung zu haben", so Haider. (apa)

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