Giger: "Wir wurden krank geredet"

10. Dezember 2004, 13:42
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ÖSV-Herrenchef zieht nach den ersten Saisonsiegen und zehn Podestplätzen zufrie­dene Nordamerika-Bilanz - Next Stopp Val D'Isere

Beaver Creek/Colorado - Zehn von 18 möglichen Podiums-Plätzen, sieben davon allein in Beaver Creek, wo es auch noch die zwei Siege durch Stephan Görgl (Super G) und Benni Raich (Slalom) gegeben hat: Österreichs Ski-Herren haben trotz der anfänglichen "Millermania" bei der Nordamerika-Tournee im Alpin-Weltcup gewaltig dagegengehalten. Herrenchef Toni Giger tat sich deshalb leicht mit einer "sehr positiven" Bilanz, bevor es nun in Europa mit vollen Akkorden weitergeht.

Raich lässt Abfahrt aus

Bereits am Donnerstag steigt in Val d'Isere das nächste Abfahrtstraining, Österreichs gerade erst aus den USA zurückgekehrte Downhiller werden deshalb am Mittwoch mit dem Privatjet nach Frankreich geflogen. Raich fährt nach seinem Marathonprogramm von Beaver Creek aber nur den Riesentorlauf am Sonntag, auch der außer Form befindliche Andreas Schifferer wird in der Abfahrt voraussichtlich passen müssen. Dafür kommen Werner Franz und Norbert Holzknecht zum Zug.

Der nach Platz zwei im Riesentorlauf versöhnte Hermann Maier wird in Frankreich voraussichtlich wieder Lange-Schuhe probieren. Angeblich hätten weder Atomic noch Lange sogar ein Problem damit, wenn der Herminator künftig beide Fabrikate fährt, für sportlich sinnvoll hält das aber kaum jemand. Und Bode Miller will in Frankreich sein jüngstes Doppel-Out kompensieren, ehe es schon am kommenden Montag beim Nachtslalom in Sestriere auch im Slalom zur Revanche gegen Raich kommt. Die nächsten Weltcup-Kapitel in Europa bergen also viel Spannung.

"Startschwierigkeiten in der Abfahrt"

Vor allem wegen der vielen Materialwechsel und der Abgänge im Team blickte Giger zufrieden auf Lake Louise und Beaver Creek zurück. "Wir hatten in der Abfahrt noch Startschwierigkeiten, in den technischen Bewerben sind wir aber absolut top und sehr schnell unterwegs. Ich freu' mich auf die nächsten Rennen."

Die vom Slalomsieg gekrönte Gewaltleistung von Raich in Colorado sei durchaus zu erwarten gewesen. "Das ist sehr, sehr erfreulich. Aber Miller wird bei den nächsten Rennen wieder ganz stark kommen. Er riskiert halt viel, aber man muss mit ihm weiter rechnen."

Mit einem Auge in Österreich

Nicht unbemerkt geblieben ist Giger, "dass die österreichische Mannschaft in der Heimat leicht krank geredet wurde. Dass wir dann in einer Situation, in der es nicht ganz so läuft, so tolle Rennen abliefern, ist besonders schön." Wie etwa am Sonntag mit Raich als Slalomsieger und Halbzeit-Leader Rainer Schönfelder auf Platz drei. "Im Vorjahr hatten wir sechs oder sieben Halbzeit-Führungen und haben dann nur drei Rennen gewonnen, oft gerad' nur einen Podestplatz erreicht", war auch Slalomchef Gert Ehn hochzufrieden.

Und eine Bilanz muss auch noch gezogen werden. Diese einzigartige Weltcup-Woche in Beaver Creek mit Rennen in allen vier Disziplinen auf einem perfekten Rennberg steht beispielhaft für eine wünschenswerte Zukunft im Alpinsport. Dazu kam tolles Wetter und eine grandiose Organisation. Kein Wunder, dass FIS-Renndirektor Günther Hujara mehrmals voll des Lobes erklärte: "Diese Veranstaltung war nahe an der Perfektion!" (APA)

Das Weltcup-Programm dieser Woche (Rennen live in ORF1): Donnerstag und Freitag:

  • Herren-Abfahrtstraining Val d'Isere (jeweils 10:30 Uhr)

    Samstag:

  • Herren-Abfahrt Val (10:30)

    Sonntag:

  • Herren-RTL Val (10:00/12:45)
    • Raich ließ es im Riesentorlauf stauben.

      Raich ließ es im Riesentorlauf stauben.

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