Auch Patricia Wartusch beendet Karriere

17. Dezember 2004, 10:19
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Tirolerin begleitet ihre Freundin Schett im Jänner auf deren Abschiedstour

Innsbruck - Österreichs Damentennis muss nach dem Karriereende von Barbara Schett nun auch den Rücktritt von Patricia Wartusch hinnehmen. Der letzte Auftritt der 26-jährigen Tirolerin war somit im Fed-Cup-Semifinale Ende November gegen Russland in Moskau (0:5-Niederlage). Wartusch nannte am Montag zwei Gründe für den Rücktritt: "Ein schmerzfreies Spielen war wegen zwei Gleitwirbeln im Rücken zuletzt unmöglich, zudem hatte ich in diesem Jahr mit großen Motivationsproblemen zu kämpfen." Für sie stand bereits nach der Erstrundenniederlage in der French-Open-Qualifikation der Rücktritt mit Jahresende fest.

Die Rechtshänderin hat zwei WTA-Einzel-Siege gefeiert (2000 Bogota, 2002 Casablanca) und es auf sechs im Doppel gebracht. Im April 2000 kletterte sie bis auf Position 65 in der Weltrangliste, im Doppel steht Platz 22 (Mai 2003) als beste Platzierung zu Buche. Mit dem heimischen Fed Cup-Team erreichte sie zwei Mal innerhalb von drei Saisonen (2002, 2004) das Semifinale und hat eine Bilanz von sechs Siegen und zwölf Niederlagen aufzuweisen. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gehörte sie dem ÖOC-Aufgebot an (Zweitrundenniederlage). In ihrer Karriere hat sie 654.024 US-Dollar an Preisgeld gewonnen.

Wartusch zieht eine positive Bilanz: "Ich kann mit dem, was ich erreicht habe, sehr zufrieden sein. Ich habe im Einzel und im Doppel Turniere gewonnen, war mit Österreich im Fed Cup erfolgreich und auch bei Olympischen Spielen dabei. Ich habe eigentlich alles mitgenommen, was ein Sportler mitnehmen kann."

Aber auch die für sie Schattenseiten lässt sie nicht unerwähnt: "Auf der WTA-Tour war es zuletzt immer schwieriger, einen Freundeskreis aufzubauen. Die Tour wird mehr und mehr von Spielerinnen aus Osteuropa und Asien dominiert, die kaum an Kontakten außerhalb des Tennisplatzes interessiert sind. Das Leben als Tennisprofi ist speziell für Mädchen sehr hart und nicht immer so rosig, wie es nach außen hin scheinen mag. Da spielen sich mitunter Tragödien in der Kabine ab."

Die Tirolerin hat sich vor kurzem in Innsbruck eine Wohnung gekauft, aber auch sonst hat sie durchaus schon Vorstellungen vom Leben nach dem Tennis: "Da ich mich sehr für Kinesiologie interessiere, möchte ich mich in diesem Bereich weiterbilden." Im Jänner wird Patricia ihre Freundin Barbara Schett zu deren Abschiedstour nach Australien begleiten. "Babsi fährt ohne Coach dorthin und hat mich gebeten, mitzukommen. Diesen Wunsch konnte ich ihr natürlich nicht abschlagen. Nach ihrem letzten Match werden wir wohl einmal ordentlich auf unsere Karrieren anstoßen."(APA)

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