Martin Schmitt legt Wettkampfpause ein

14. Dezember 2004, 12:30
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Formkrise im Training bewältigen

Frankfurt/Main - Der Cheftrainer der deutschen Skispringer, Peter Rohwein, hat die Konsequenz aus der anhaltenden Formkrise seines Team-Routiniers Martin Schmitt gezogen und dem Schwarzwälder für den Weltcup in Harrachov eine Pause verordnet. Nach Schmitts Debakel in Trondheim mit dem Aus in der Qualifikation als Tiefpunkt soll der vierfache Weltmeister im Training seine gravierenden Sprung-Fehler abstellen und Selbstvertrauen tanken. "Es geht darum, dass sich Martin wieder normal präsentiert und nicht blamiert", begründete Rohwein die gemeinsam mit dem Athleten getroffene Entscheidung.

Statt nach Tschechien wird Schmitt am kommenden Wochenende ins Trainingslager nach Skandinavien reisen. "Wir wissen, woran es liegt. Er verliert den Schwerpunkt zum Absprung, springt zu wenig nach vorn und landet dann auf dem Vorbau. Im Training hat er das manchmal im Griff, im Wettkampf verliert er aber seine Linie", sagte Rohwein. Der Bundestrainer sieht den 26-Jährigen daher momentan nicht in der Lage, den System-Fehler unter Wettkampfbedingungen abzustellen. Ob Schmitt am 18./19. Dezember in Engelberg ins Weltcup-Team zurückkehrt, hängt von seinen Trainingsergebnissen ab.

Rudi Tusch, der technische Leiter Skisprung im Deutschen Skiverband (DSV) sieht die Ursachen für den Sinkflug des Mannschafts-Olympiasiegers allerdings eher im mentalen als im technischen oder körperlichen Bereich. "Ich denke, es ist ein Kopfproblem. Analysen seiner Sprünge helfen jetzt kaum weiter. Wir müssen ihm das Selbstbewusstsein zurückgeben", sagte Tusch. Schmitt selbst "weiß nicht, wo ich ansetzen muss. Je mehr ich springe, desto schlechter wird es", bekannte der 28-fache Sieger von Weltcupspringen.(APA/dpa)

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