JournalistInnen-Preis an afghanische Frauenzeitschrift "Malalai"

20. Dezember 2004, 12:12
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PreisträgerInnen von "Reporter ohne Grenzen" und ai für "Johann-Philip-Palm-Preis" vorgeschlagen - Sergeij Duvanov ebenfalls ausgezeichnet

Schorndorf - Der "Johann-Philipp-Palm-Preis" für Meinungs- und Pressefreiheit ist an den Journalisten Sergeij Duvanov aus Kasachstan und an die afghanische Frauenzeitschrift "Malalai" vergeben worden. Die mit insgesamt 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Sonntag in Schorndorf (Baden-Württemberg) verliehen. Die PreisträgerInnen wurden von den Organisationen "Reporter ohne Grenzen" und amnesty international vorgeschlagen.

Duvanov gilt als einer der schärfsten KritikerInnen des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Er habe seine Kritik gerade dann klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, je stärker man versucht habe ihn daran zu hindern, hieß es in der Laudatio. "Immer die Wahrheit zu sagen, so bitter sie auch sein mag, das ist meine Berufung und meine Bürgerpflicht", sagte Duvanov in seiner Dankesrede.

Die afghanische Zeitschrift "Malalai", die seit 2002 mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren erscheint, wurde für den Einsatz zu Gunsten der Rechte von Frauen gewürdigt. "Die Pressefreiheit ist ein Eckpfeiler des demokratischen Verfassungsstaats", sagte die Präsidentin des Goethe-Instituts, Jutta Limbach, in ihrer Festrede. Wissbegier, unbeirrte Wahrheitssuche und kritische Berichterstattung seien die Voraussetzung für die Aufdeckung von Missständen.

Gedenken an Johann Philipp Palm

Der Johann-Philipp-Palm-Preis wird alle zwei Jahre von der gleichnamigen Stiftung verliehen. Sie erinnert an den aus Schorndorf stammenden Buchhändler Johann Philipp Palm, der 1806 auf Befehl Napoleons erschossen worden war und als Vorbild für den Kampf um Meinungs- und Pressefreiheit gilt. Palm hatte eine anonyme Flugschrift vertrieben, in der die Politik Napoleons scharf kritisiert wurde. Den Verfasser der Schrift gab er nicht preis. (APA/dpa)

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