Al-Kaida bekennt sich zu Angriff auf US-Konsulat

9. Dezember 2004, 11:49
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Zwölf Tote bei Angriff in Jeddah - Saudisches Innenministerium spricht nach Erstürmung von "erfolgreicher Aktion"

Jeddah/Washington - Bei einem Angriff mutmaßlicher Kämpfer der Terrororganisation Al Kaida auf ein US-Konsulat in Saudiarabien sind zwölf Menschen getötet worden. Bewaffnete Männer stürmten am Dienstag nach Polizeiangaben das Gebäude in der Hafenstadt Jeddah. Während des Überfalls und der anschließenden Erstürmung durch die Polizei starben fünf Angestellte, drei Angreifer sowie vier Wachleute.

Die saudiarabische Regierung machte einheimische Al-Kaida-Anhänger verantwortlich.

Tür aufgesprengt

Eine Gruppe von fünf bewaffneten Männern sprengte gegen 11.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MEZ) die Eingangstür des Konsulats und drang in das Gebäude ein, wie das Innenministerium in Riad mitteilte. Laut ersten Berichten nahmen die Angreifer mehrere Angestellte als Geiseln, ein Polizeisprecher dementierte dies jedoch später.

Sicherheitskräfte beendeten nach etwa drei Stunden die Besetzung. Beim Sturm des Gebäudes starben nach US-Behördenangaben fünf Konsulatsangestellte. Bei keinem der Opfer handelte es sich demnach um US-Bürger.

Drei der Geiselnehmer wurden getötet, zwei weitere nach Angaben des Innenministeriums verletzt und festgenommen. Nach Angaben eines Polizisten starben vier einheimische Wachleute, mehrere wurden verletzt. Das Innenministerium nannte keine Opferzahlen auf Seiten der Sicherheitsleute, kündigte aber eine Erklärung an.

Saudiarabische Al-Kaida-Gruppe bekennt sich zu US-Konsulatsüberfall Der saudiarabische Arm der Terrororganisation Al-Kaida hat sich zu dem Überfall auf das US-Konsulat in Jeddah bekannt, bei dem am Montag zwölf Menschen getötet wurden. "Die Schwadron des Märtyrers Abu Annas al-Shami hat den gesegneten Falluja-Anschlag ausgeführt, indem sie eine der Bastionen der Kreuzfahrer auf der arabischen Halbinsel gestürmt hat und in das amerikanischen Konsulat in Jeddah eingedrungen ist", hieß es auf einer häufig von Islamisten genutzten Internet-Seite. Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht geprüft werden.

Moslem-Extremisten hatten das Konsulat überfallen und mehrere Geiseln genommen. Das Gebäude wurde schließlich von saudiarabischen Sicherheitskräften gestürmt, die sich ein Feuergefecht mit den Al-Kaida-Mitgliedern lieferten.

Nach Angaben der US-Botschaft wurden fünf Angestellte des Konsulats getötet, darunter keine Amerikaner. Saudiarabische Sicherheitskräfte berichteten von vier Toten aus ihren Reihen. Bei dem Gefecht starben dem Innenministerium zufolge auch drei der Al-Kaida-Kämpfer, zwei weitere wurden festgenommen.

Mit dem Angriff in der Küstenstadt am Roten Meer hat sich die radikal-islamische Al Kaida nach einem halben Jahr relativer Ruhe in dem arabischen Königreich zurückgemeldet. Der in Saudiarabien geborene Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bekämpft sein Heimatland wegen dessen Kooperation mit dem Westen und hat es seit anderthalb Jahren mit einer Welle der Gewalt überzogen.(APA/Reuters)

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    Über Jeddah steht nach der Explosion eines Autos eine Rauchsäule

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