Gefühl für Takt und Sprache

14. Dezember 2004, 10:09
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Zwei neue Sieger des Forschungsförderungsprogramms Fit-IT

Darts hat, wenn man aktuelle Entwicklungen in der österreichischen Forschungsszene betrachtet, ausnahmsweise nichts mit Wurfpfeilen und einer Zielscheibe zu tun. Das Akronym steht für "Distributed Algorithms for Robust Tick Synchronisation", das so benannte Projekt der in Kärnten ansässigen Halbleiterentwickler Micronas und des Instituts für Technische Informatik an der TU Wien, vergangene Woche Sieger des Embedded-System-Calls im Förderprogramm Fit-IT, soll eine Lösung für ein komplexes Problem in Embedded Systems, wie sie zum Beispiel in Autos eingebaut sind, ermöglichen: Da die Chips, die in diesen Systemen miteinander kommunizieren, immer leistungsfähiger werden und eine immer höhere Taktfrequenz aufweisen, wird auch die Synchronisation dieser Takte, die für das Funktionieren des Systems erforderlich ist, immer komplizierter. Gelingt die Entwicklung, dann sollte in Zukunft auch ein Teilausfall tolerierbar sein - was zum Beispiel in Flugzeugen Anwendung finden könnte.

Innovativ

Der mit über drei Millionen Euro dotierte Embedded-Systems-Call war der vierte seiner Art von Fit-IT. Bei der Preisverleihung war von einer "radikalen Innovation" die Rede. Den ersten Semantic-System-Wettbewerb (ebenfalls mehr als drei Millionen Euro) des vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) aufgestellten Förderprogramms erhielt ein Projekt von Philips Speech Recognition Systems in Wien, der Österreichischen Studiengesellschaft für Kybernetik und dem Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation an der TU Graz. Es hat zum Ziel, automatische Spracherkennungssysteme unter Einbeziehung semantischen Wissens zu verbessern.

Führender Anbieter

Philips Speech Recognition Systems ist nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von Spracherkennungslösungen - in mehr als 20 Sprachen und mehr als 7000 Installationen zum Beispiel in Krankenhäusern oder Anwaltskanzleien.

Pläne

Die nächste Ausschreibung von Fit-IT nennt sich System on Chip: Gemeint sind damit komplexe elektronische Systeme, die etablierte Lösungen erheblich verbessern und völlig neue Anwendungsfelder der Mikroelektronik ermöglichen sollen. Für den ersten Call stehen etwa vier Millionen Euro zur Verfügung, die Einreichfrist endet am 1. März 2005. Einreichungen können an das Eutema Technologie Management, zuständig für die Abwicklung des Fit-IT-Förderprogramms, geschickt werden. (DER STANDARD Printausgabe / 06.12.2004)

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