Es schrumpft und quietscht

10. Dezember 2004, 13:51
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Krise der deutschen Musikindustrie setzt sich offenbar fort - Trotz niedriger Verkaufzahlen sind Alben in die Charts

Hamburg - Die Krise der Musikindustrie hat sich offenbar auch in diesem Jahr fortgesetzt. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, erwarten die großen Musikkonzerne 2004 ein Minus von sechs bis sieben Prozent. Der Geschäftsführer von Sony BMG Deutschland, Rolf Gilbert, sagte dem Magazin: "Wir glauben nicht, dass das Weihnachtsgeschäft das noch rausreißen wird". Laut "Spiegel" halten sich viele Alben und Singles trotz schlechter Verkaufszahlen in den Charts.

Mit 10000 Alben an die Chartspitze

So sei für das im November erschienene Album des US-Rappers Eminem nach wenigen Tagen "Platin-Status" gemeldet worden, die Auszeichnung habe aber auf den rund 210.000 an den Handel gelieferten Alben basiert. Tatsächlich sei die Scheibe aber in den ersten Wochen nur 38.410 Mal verkauft worden. Die aktuelle Nummer Eins der Single-Charts, "Call on me" von Eric Prydz, gelte sogar mit bundesweit knapp 19.000 Verkäufen pro Woche als erfolgreich. In der Vorwoche sei die Latino-Band Aventura mit halb so vielen Verkäufen an die Chart-Spitze gekommen.

Ganz schlecht sieht es dem Bericht zufolge auf den hinteren Rängen der Alben-Charts aus. So habe Popsänger Ronan Keating vergangene Woche den Charteinstieg auf Position 100 mit gerade mal 214 verkauften Einheiten geschafft. "Bei diesen Zahlen haben die Plätze 50 bis 100 eigentlich überhaupt keine Bedeutung mehr", sagte Sony-BMG-Chef Gilbert dem Magazin. "Da muss man sich inzwischen fragen, ob man die überhaupt noch ausweisen will", fügte er hinzu.

Hoffen auf Weihnachtsgeschäft

Ende November hatte der Vorsitzende der Deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt, erklärt, dass man dieses Jahr ein besseres Weihnachtsgeschäft als 2003 erwarte, in dem 450 Millionen Euro umgesetzt wurden. Die Phonowirtschaft erzielt in den Monaten November und Dezember rund ein Viertel ihres Jahresumsatzes. Im Gesamtjahr 2003 hatte die Branche einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent verkraften müssen. Im ersten Halbjahr 2004 betrug der Rückgang aber nur noch 2,9 Prozent. (APA)

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