Familie verfütterte Bauern an Hofhunde

7. Dezember 2004, 16:53
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Leiche wurde nie gefunden - Langwieriger Indizienprozess beginnt am Mittwoch in Ingolstadt

Ingolstadt - Ein ungewöhnlich grausiger Mordfall beschäftigt ab Mittwoch (8. Dezember) für mehrere Wochen das Landgericht Ingolstadt. Eine Bauernfamilie aus Neuburg an der Donau soll gemeinsam den Familienvater (52) erschlagen, zerstückelt und den sieben Hofhunden zum Fraß vorgeworfen haben. Von der Leiche fehlt jede Spur.

Vor der Jugendkammer müssen sich die Ehefrau (49) des Opfers, die beiden 18 und 19 Jahre alten Töchter sowie der Verlobte (21) der älteren Tochter wegen Mordes verantworten. Im Februar 2005 soll das Urteil gesprochen werden. "Für mich ist es in 25 Jahren der erste Fall dieser Größenordnung", sagt der Vorsitzende Richter der Jugendkammer am Ingolstädter Landgericht, Georg Sitka.

Erschlagen und zerteilt

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass die ganze Familie dem Landwirt in der Nacht auf den 13. Oktober 2001 auflauerte, als der wieder einmal betrunken nach Hause kam. Unter Schmährufen der drei Frauen soll der junge Mann den Bauern mit einem Holzprügel erschlagen haben. Tags darauf zerstückelte die Familie die Leiche und verfütterte sie an die Hunde. Das Auto des Bauern fuhr sie zum Schrotthändler, ist die Anklagebehörde überzeugt.

Der Bauer galt als Trinker, seine hochverschuldete Familie als arbeitsscheu. Den Freund der Tochter wollte der 52-Jährige auf dem Hof nicht länger dulden. Nach der Festnahme legte der 21-Jährige das grausige Geständnis ab und schilderte darin die Tat. Vor Gericht will der junge Mann nun allerdings die Tat bestreiten. Auch die Familienmitglieder selbst werden wahrscheinlich vor Gericht nicht zur Sache aussagen. Die Ehefrau bleibe bei ihrer Version, ihr Mann sei verschollen.

In zunächst 14 Verhandlungstagen will die Jugendkammer bis Anfang Februar die Schuldfrage klären. 40 Zeugen und zwei Sachverständige sind geladen - die Prozessbeteiligten stellen sich auf einen langwierigen Indizienprozess ein. (APA/dpa)

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